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Kooperationsschule Erding:Zwei Schulformen unter einem Dach

Es ist eng in Erdings Realschulen und Gymnasien: Um der prekären Platzsituation Herr zu werden hat der Kreistag beschlossen, die Möglichkeit einer Kooperationsschule im Landkreis zu prüfen. Haupt- und Realschule wären dann unter einem Dach.

Die hohen Schülerzahlen an Realschulen und Gymnasien im Landkreis Erding bringen die Schulen an den Rand des Machbaren. Der Kreistag hat nun in seiner Sitzung über die Einrichtung von sogenannten Kooperationsschulen diskutiert und einstimmig beschlossen, dass die Möglichkeiten dafür im Landkreis geprüft werden. Sie sollen die prekäre Platzsituation entzerren. In Kooperationsschulen werden Haupt- und Realschüler unter einem Dach unterrichtet.

Die Realschule erfreut sich im Landkreis Erding größter Beliebtheit, deshalb ist es auch in der Herzog-Tassilo-Realschule langsam zu eng.

(Foto: Bauersachs Peter)

Die Sporthallen an vielen Schulen sind überbelegt, das Gymnasium in Dorfen ist überlastet. Neun Abschlussklassen gab es an der Herzog-Tassilo-Realschule, die Abschlussfeier musste aufgrund der vielen Absolventen sogar in zwei Teile geteilt werden. Der Jahrgang, der in diesem Jahr an den Realschulen seinen Abschluss gemacht hat, war der stärkste seit einer Dekade. Nach einer Prognose der Fachhochschule für angewandtes Management sinken die Schülerzahlen zwar langfristig, die Verschiebung von der Mittelschule auf die Realschule nimmt aber zu. Katharina Schüller von der Fachhochschule für angewandtes Management geht dabei von einem Trend zur Höherqualifizierung in gemäßigter Weise aus.

Bei der Kooperationsschule wären zwei Schulformen unter einem Dach, Realschule und Mittelschule, die bisherige Hauptschule. Es müssten keine neuen Gebäude gebaut werden, sondern Teile einer Realschule könnten in die bestehenden ungenutzten Räume der Mittelschulen ausgelagert werden. Schüller stellte im Kreistag fünf mögliche Szenarien an unterschiedlichen Standorten vor und welchen Entlastungswert das für die Realschulen haben könnte: Dorfen, Isen, Oberding, Wartenberg und Wörth.

Die Modelle für Dorfen und Isen brächten zwar Entlastung für die Herzog-Tassilo-Schule und die Heilig-Blut-Mädchenschule, würden aber die Realschule in Taufkirchen gefährden. Die Schüleranzahl reicht nicht für zwei Realschulen.

Das Kooperationsmodell Oberding brächte eine deutliche Erleichterung für die beiden Erdinger Realschulen. An der Herzog-Tassilo-Realschule gäbe es dann noch 29 statt 45 Klassen, an der Heilig-Blut-Mädchenrealschule 25 statt 35. Auch für die Realschule in Taufkirchen würde sich die Kooperationsschule bemerkbar machen: 26 statt 33 Klassen würden dann unterrichtet werden. Die Modelle Wartenberg und Wörth würden die Herzog-Tassilo-Schule mit jeweils 100 Schülern entlasten, die Heilig-Blut-Schule mit 50, beziehungsweise 40 Schülerinnen. Auch Taufkirchen könnte davon profitieren und jeweils sieben Klassen auslagern.

Um Mittelschulen mit M-Zügen nicht in die Quere zu kommen, wird es keine Kooperationsoption an solchen Standorten geben. Im nächsten Schritt muss nun geprüft werden, wo es räumlich möglich wäre, zwei Schulen gemeinsam unterzubringen. Vorbild könnte Poing sein: Dort ist das Konzept der Kooperationsschule bereits verwirklicht.

Befragungen an den Realschulen und Gymnasien im Landkreis hatte zuletzt ergeben, dass die Schülerzahlen schon für das kommende Schuljahr rückläufig sind. Am Anne-Frank-Gymnasium müssen weniger fünfte Klassen als zuletzt eingerichtet werden.