Kommunalwahlkampf Energieschub

In Wörth ist der mittlerweile siebte Ortsverband der Grünen aus der Taufe gehoben worden. Als neue Kandidaten werden Ottenhofen und Langenpreising gehandelt. Der Mitgliederzulauf im Landkreis hält unvermindert an

Von Regina Bluhme, Erding

Im Gemeinderat von Wörth ist Monika Wenger die einzige Grüne. Sie hofft, dass sie nach den Kommunalwahlen im kommenden Jahr Verstärkung bekommt. Die Chancen stehen gut, denn auch im Landkreis Erding befinden sich die Grünen im Höhenflug. Am Dienstag wurde in Wörth der siebte Ortsverband gegründet. Als nächstes sind bereits Ottenhofen und Langenpreising im Gespräch. Die Mitgliederzahlen steigen weiter und mit Hans Schreiner gibt es einen Landratskandidaten der Freien Wähler mit grüner Unterstützung. Ob auch Florian Geiger, der sich in Isen als Bürgermeister bewirbt, mit einer parteiübergreifenden Allianz rechnen kann, steht allerdings noch nicht fest.

"Immer alleine, das macht auf die Dauer keinen Spaß", sagt die Grünen-Gemeinderätin Monika Wenger. Deshalb ist sie froh, dass der neue Ortsverband von Wörth von einer Doppelspitze geführt wird: Wenger teilt sich das Amt mit Petra Schletter. Mit Dorfen, Erding, Isen, Finsing, Wartenberg, Forstern und nun Wörth hat Bündnis90/die Grünen im Landkreis jetzt sieben Ortsverbände. Ende offen: Gerade werde über Neugründungen in Ottenhofen und Langenpreising nachgedacht, sagt Helga Stieglmeier, die Sprecherin des Grünen-Kreisvorstands.

Zusammen mit der SPD und den Freien Wählern haben die Grünen sich auf einen gemeinsamen Landratskandidaten verständigt. Der Bürgermeister von Bockhoren, Hans Schreiner, hat öffentlich eine parteiübergreifende Unterstützung auch für den Grünen-Bürgermeisterkandidaten Florian Geiger angesprochen. Dazu wollten weder Stieglmeier noch Geiger Stellung nehmen, es sei noch zu früh. Chancen auf das Amt rechnet sich Geiger auf jeden Fall aus. Sein Thema für Isen: "Ich möchte für eine wesentlich stärkere Bürgerbeteiligung sorgen." Die Grünen seien personell gut aufgestellt, betont der Kreisrat. Es gebe "eine reale Chance", mehr als die bislang sechs Kreistagssitze zu erreichen.

"Die Mitgliederzahlen haben sich nach den Angaben von Helga Stieglmeier "in den letzten zwei Jahren nahezu verdoppelt", liegen jetzt bei rund 150, "allein seit Januar hatten wir 26 Neueintritte". Gleichzeitig bedeute der Ansturm aber auch jede Menge Mehrarbeit, "langsam kommen wir an unsere Grenzen". Der Kreisverband überlege, einen Mitarbeiter anzustellen, um den Vorstand zu entlasten.

Gründe für den Zulauf sieht Stieglmeier zum einen darin, "dass die Grünen für den Kampf gegen Rechts stehen" und dass das Interesse am Umweltschutz, dem Grünen Kernthema, zunehme. Der Altersdurchschnitt der Neumitglieder rangiere von alt bis jung, viele seien zwischen 30 und 40 Jahren, "wir haben Männer und Frauen mit ganz unterschiedlichen Berufen". Und jetzt können die Grünen auch noch Festzelt, wie sich bei der Kandidatur von Florian Geiger kürzlich in Isen zeigte. 800 Leute sprengten fast das Zelt. "Wenn Sie mir vor zwei Jahren gesagt hätten, dass wir in einem vollen Isener Festzelt eine Veranstaltung machen, dann hätte ich gesagt ,Guter Witz'", so Stieglmeier. Trotz Höhenflugs will sie aber auf dem Boden bleiben. Von einer Volkspartei könne nicht die Rede sein. "Wir liegen jetzt bei 20 Prozent, aber wir wissen nicht, wie sich das entwickelt".

In Wörth hat Monika Wenger schon den Eindruck, "dass grüne Gedanken sich verfestigt haben und andere mit uns am Strang ziehen". Beim Thema Energie sei ja auch einiges geschehen, "wir müssen nicht alles neu erfinden". Gleichwohl bleibe natürlich noch Luft nach oben, "mehr Grün in der Gemeinde würde nicht schaden", auch nicht mehr Grün im Gemeinderat. "Zwei oder drei Sitze für die Grünen im Gemeinderat Wörth, das wäre schön."