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Kommunalwahl in Taufkirchen:Mit 24 Mitgliedern an den Start

Der Taufkirchener Gemeinderat wird aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl erweitert. Im neuen Gremium gibt es Häufelkönige, ein paar Neulinge und Familientraditionen

Der Taufkirchener Gemeinderat wird größer: Die Gemeinde hat in der vergangenen Wahlperiode die 10 000-Einwohner-Marke übersprungen. Sie wurde nicht nur wegen ihrer Größe und ihres Einzugsgebietes gemeinsam mit Dorfen zum Mittelzentrum aufgewertet, sondern hat künftig auch mehr Mitglieder im Gemeinderat. Bislang waren es 20, von Mai 2020 an werden es 24 sein. Das Taufkirchener Gremium zählt dann genauso viele Mitglieder wie der Stadtrat in der benachbarten Stadt Dorfen. Die Zusammensetzung sieht folgendermaßen aus: Die CSU erhält neun Sitze (2014: 9), die Freien Wähler erhalten vier (3), die SPD bekommt drei Sitze (2), ebenso die AfD (2). Einigkeit Moosen kommt auf drei Sitze (3) und die Wählergemeinschaft WGW auf zwei (2).

Häufelkönig unter den Gemeinderäten ist erneut der stellvertretende Bürgermeister Christoph Puschmann von der CSU. Er erhielt 5108 Stimmen. Das ist mehr als der CSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Haberl erhalten hat, der mit 4111 Stimmen auf Platz zwei liegt. Knapp dahinter folgt dann auch schon Manfred Slawny, Bürgermeisterkandidat der SPD, der mit 4015 Stimmen ebenfalls sehr hoch in der Wählergunst lag. Haberl und Slawny treten, wie berichtet, gegeneinander bei der Stichwahl an, weil keiner der insgesamt vier Kandidaten im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent erzielen konnten. 4111 zu 4015 auf der Gemeinderatsliste ist ein Zeichen des hohen Beliebtheitsgrads beider Kandidaten.

Im Taufkirchener Rathaus tagen künftig 24 Gemeinderäte statt 20. Das ist der gestiegenen Einwohnerzahl geschuldet.

(Foto: Renate Schmidt)

Bei den CSU-Gemeinderäten ergibt sich folgendes Bild: neu sind Anton Fürmetz junior sowie Ingrid Kratzer. Fürmetz leitet die gleichnamige größte Spedition im Landkreis, Kratzer ist Inhaberin einer Weinhandlung und eines Catering-Services. Zudem haben die Wähler den Wechsel von Sosa Balderanou von der SPD zur CSU im vergangenen Jahr akzeptiert und sie sogar vom schlechten CSU-Listenplatz 17 auf Platz vier nach vorne gehäufelt. Eine klare Persönlichkeitswahl.

Nicht mehr für die CSU im Gemeinderat sind hingegen Anton Schwaiger, der nicht mehr antrat, sowie Nicole Schmittner, die nach einer Periode nicht wiedergewählt wurde. Dafür fehlten ihr etwa 250 Stimmen.

Bei den Freien Wählern wurden die drei bisherigen Gemeinderäte Korbinian Empl, Christian Aigner und Valentin Bitzer wiedergewählt. Neu hinzugekommen ist Christine Zeilbeck. Sie ist die Tochter von Otmar Zeilbeck, der in den 1980 und 1990er Jahren ebenfalls für die Freien Wähler im Gemeinderat vertreten war.

Gemeinderat Taufkirchen

CSU 36,5 % (9 Sitze)

FW 18,9 % (5 Sitze)

SPD 14,7 % (4 Sitze)

Einigkeit Moosen 11,5 % (3 Sitze)

WG Wambach 7,4 % (2 Sitze)

AfD 10,9 % (3 Sitze)

Die SPD geht aus der Kommunalwahl deutlich gestärkt hervor. Zuletzt war Manfred Slawny alleiniger Vertreter, nachdem Balderanou verärgert zur CSU übergelaufen war. Sie missbilligte die Art und Weise, wie die SPD Wahlkampf gegen Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) führte, den sie persönlich schätzt. Nun hat die SPD drei Sitze erhalten. Zusammen mit Slawny sind Bärbel Leiner und Bernd Friedrich in den Gemeinderat gewählt worden. Friedrich war bis vor kurzem stellvertretender Rektor an der Realschule Taufkirchen und ist nun Rektor in Freising. Bei Leiner setzt sich ebenfalls eine Familientradition fort: Sie ist die Tochter von Heinz Klier, wie Otmar Zeilbeck ein FW-Urgestein und Gemeinderat der 80er und 90er Jahre.

Die AfD konnte in Taufkirchen auch einen Sitz zu den beiden ursprünglichen der Republikaner hinzugewinnen und ist nun mit drei Vertretern im Gremium. Martin Huber und Peter Attenhauser wurden wiedergewählt, neu hinzugekommen ist Harald Vollmer. Letzterer ist als parteifreier Kandidat auf der offenen AfD-Liste angetreten. Der 60-Jährige ist Geschäftsführer und beruflich Chef von Martin Huber.

Die Wählergruppierung Einigkeit Moosen hat wieder drei Sitze errungen, allerdings hat dabei eine personelle Veränderung stattgefunden: Zwar wurden Kurt Empl und Stephan Bachmayer wiedergewählt, für Josef Fanger hat es allerdings nicht gereicht. Die Wähler häufelten stattdessen Johannes Mundigl nach vorne. Bei der WGW sieht man zwei neue Gesichter: Alois Mayer und Josef Stummer sind nicht mehr zur Wahl angetreten. Zu ihren Nachfolgern wurden Michael Lechner und Ludwig Mayer junior gewählt.

© SZ vom 18.03.2020

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