bedeckt München
vgwortpixel

Kommunalwahl 2020:Satirepartei tritt in Dorfen an

Neben den altbekannten und etablierten Parteien und Wählergruppen tritt in der Stadt Dorfen erstmals auch "Die Partei" bei den Kommunalwahlen 2020 an. Wie die Satirepartei, die vor allem durch ihren Europaabgeordneten, den Satiriker Martin Sonneborn, bekannt ist, mitteilte, hat die Aufstellungsversammlung bereits im Dezember stattgefunden. Dabei wurde der Student Bernhard Roth zum Bürgermeisterkandidaten nominiert. Außerdem wurde Kalle Oefele, Vorsitzender des Kreisverbands, als Bürgermeister-Stellvertreter nominiert. Ein kuriose Wahl, da die Nominierung eines Zweiten-Bürgermeister-Kandidaten im Wahlgesetz gar nicht vorgesehen ist. Die Stellvertreter des Bürgermeisters werden vom Stadtrat gewählt. In der ganz eigenen Logik von Die Partei bilden Oefele und Roth jedoch eine "Bürgermeister-Doppelspitze".

Auf der Kandidatenliste für den Stadtrat finden sich sieben Männer und vier Frauen, alles junge Leute. Die kommunalpolitische Programmatik ist erwartungsgemäß komisch: Die ganze Stadt soll überbrückt werden, Dorfen soll sich für Olympische Winterspiele bewerben, "an jeder Ecke einen Bierbrunnen", wetterfeste Couchen statt Parkbänke und "LSD ins Trinkwasser". In den vergangenen Jahren hat sich Die Partei nicht nur mit Nonsense, sondern auch mit der Organisation von Demonstration gegen Veranstaltungen der AfD hervorgetan. Im Landkreis Erding ist Dorfen die einzige Kommune, in der Die Partei bei der Kommunalwahl antritt.

Um zur Wahl zugelassen zu werden, benötigen Die Partei allerdings je 180 Unterstützerunterschriften für die Stadtratsliste und die Bürgermeisterkandidaten. Unterstützerunterschriften können nur persönlich im Rathaus und bis spätestens 3. Februar abgegeben werden. Das könnte eine zu große Hürde sein. Bei der Europawahl 2019 erhielt Die Partei in Dorfen 161 Stimmen, bei der Landtagswahl 2018 holten sie 55 Stimmen und bei der Bundestagswahl 2018 waren es 98 Stimmen.

Die Stadtratsliste von Die Partei: 1. Bernhard Roth, 2. Kalle Oefele, 3. Lucia Graupner, 4. Myriam Birkholtz, 5. Dadar Chaychimoghadam, 6. Jonas Ziegler, 7. Anika Krämer, 8. Valentin Sachs, 9. Andreas Roth, 10. Michael Trapp, 11. Nicole Sengl.