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Kommentar:Mann der Stunde

18 Jahre Erfahrung als Landrat und ein gutes Krisenmanagement haben den Ausschlag für Martin Bayerstorfer gegeben

Landrat Martin Bayerstorfer hat die Stichwahl für sich entscheiden können. Das spricht nicht gegen seinen Gegenkandidaten Hans Schreiner, der mehr als gut abgeschnitten hat. Aber das Kopf-an-Kopf-Rennen auf den letzten Metern hat Bayerstorfer gewonnen, weil ihm als Amtsinhaber ein vertrauensbildendes Krisenmanagement in der aktuellen Bedrohung durch Covid-19 gelungen ist. Er hat zusammen mit seinem Katastrophenschutzstab, der erst bei einer großen Übung im November vergangenen Jahres sein umfangreiches Können unter Beweis gestellt hat, Kapazitäten in der Klinik geschaffen, zusätzliche Beatmungsgeräte erworben, die Produktion von Desinfektionsmitteln angeworfen und das Hilfskrankenhaus im Fliegerhorst auf den Weg gebracht. Rasche, entschlossene Maßnahmen, die von den Bürgern gewürdigt werden.

Und Bayerstorfer ist gut vernetzt: von Ministerpräsident Markus Söder über Innenminister Joachim Herrmann bis hin zum BRK-Kreisvorsitzenden und Bezirksrat Franz Hofstetter. In einer solchen Wahlsituation, in der viele Bürger verunsichert sind, spielen 18 Jahre Erfahrung als Bürgermeister oder 18 Jahre als Landrat schon eine Rolle, wem man es besser zutraut, eine bislang einzigartige Krise innerhalb des Landkreises zu bewältigen. Die ursprünglichen Wahlkampfthemen wie beispielsweise der ÖPNV oder bezahlbarer Wohnraum, sind angesichts dieser Krankheit in den Hintergrund gerückt. Diese Krise, die in den kommenden Wochen und Monaten viel Zusammenhalt erfordern wird, könnte aber auch die Chance sein, die Brüche in den Kreisgremien gemeinsam wieder zu kitten.

© SZ vom 30.03.2020
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