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Kommentar:Gegenentwurf zum Amtsinhaber

Es ist eine Kampfansage, die vielleicht nicht erfolgreich sein wird, aber in jedem Fall vielen Menschen aus der Seele spricht. Mit ihrem gemeinsamen Kandidaten Hans Schreiner bringen die Freien Wähler, die SPD und die Grünen die von vielen Menschen geteilte, dringende Hoffnung auf einen Politikwechsel im Landkreis Erding zum Ausdruck. Die Opposition bündelt ihre Kräfte, weil die Art und Weise, wie Martin Bayerstorfers hier regiert, unerträglich geworden ist. Das Bündnis der drei Parteien bietet mit seinem gemeinsamen Kandidaten einen Gegenentwurf zur autoritären Ego-Show des amtierenden Landrats, die zuletzt immer bizarrere Züge angenommen hat. In der Persönlichkeit des Bockhorner Bürgermeisters verkörpert sich die Hoffnung, dass es ja auch ganz anders sein könnte. Hans Schreiner ist konsensfähig, offen und zugewandt - nicht engstirnig, kontrollwütig und herablassend.

Der Blick auf die mageren Ergebnisse von Bayerstorfers Gegenkandidaten bei früheren Landratswahlen ist, zugegeben, ernüchternd. Die einzelnen Herausforderer konnte jeweils nur harmlos wenige Stimmen für sich verbuchen. Doch das kann Bayerstorfer und seine CSU nicht in Sicherheit wiegen. Die Zeiten haben sich geändert.

Am rechten Rand ist die AfD aufgetreten, die nach ihren erschreckend guten Ergebnissen bei den Bundes- und Landtagswahlen wohl auch auf kommunaler Ebene zahlreiche Stimmen abräumen wird. Der demografische Wandel und der Zuzug machen Prognosen zusätzlich schwerer. Eines aber scheint dennoch deutlich. Der von Bayerstorfer vertretene Politikstil, andere bei jeder sich bietenden Gelegenheit selbstherrlich abzumeiern, Vertreter anderer Parteien mit juristischen Mitteln zu verfolgen und rücksichtslos Sozialverbände zu beschädigen, wird auch in der CSU und von ihren Anhängern nicht mehr goutiert.