Kommentar Auch Hundsbuam vedienen Respekt

Es ist gut, dass die Grünen die Vorkommnisse um die Ganztagesintensivklasse jetzt auf die politische Ebene gehoben haben und damit eine bitter nötige Aufklärung dessen fordern, was sich tatsächlich hinter dem Tor der Wartenberger Heimvolksschule abgespielt hat

Von Wolfgang Schmidt

Es ist gut, dass die Grünen die Vorkommnisse um die Ganztagesintensivklasse jetzt auf die politische Ebene gehoben haben und damit eine bitter nötige Aufklärung dessen fordern, was sich tatsächlich hinter dem Tor der Wartenberger Heimvolksschule abgespielt hat. Es ist, nein, es war noch nie nur eine Personalangelegenheit, die mit dem Totschlagargument des Vertrauensschutzes unter dem Teppich gehalten werden könnte. Landrat Martin Bayerstorfer und sein Schulamtsleiter Hans-Rudolf Suhre sollten tunlichst schnell aus der Deckung kommen und sich an die Spitze derer stellen, die auf ihr gutes Recht pochen, die Wahrheit wissen zu wollen. Tun sie das nicht, setzen sie sich dem Verdacht aus, etwas zu wissen, was unbedingt vertuscht werden soll.

Spätestens seit den Äußerungen seines Personalchefs Stefan König wissen alle Beteiligten, welch seltsamem Pädagogikgedanken im Seraphischen Liebeswerk gefrönt wird. Ist es da nicht an der Zeit, sich Gedanken über einen anderen Partner zu machen? Jemand, der Straftatbestände nicht als bedauernswerte Schlamperei und Beleidigungen als lässliche Sünde ansieht. Auch die heutigen "Hundsbuam", wie 2011 das Bayerische Fernsehen die damaligen Schüler der Ganztagesintensivklasse (Gik) in einem sehenswerten Beitrag taufte, haben den uneingeschränkten Respekt ihrer Betreuer verdient.

Die Grünen schreiben an Bayerstorfer, sie hielten die Gik für eine "unerlässliche Einrichtung", die sie auch weiterhin unterhalten wollten. Und sie attestieren dem CSU-Landrat, dass es auch für ihn und den gesamten Kreistag immer eine "Herzensangelegenheit" gewesen sei, den schwierigen Jugendlichen eine letzte Chance zu geben. Das geht aber nur, wenn das gegenwärtige Misstrauen aus der Welt geschafft wird. Sonst besteht tatsächlich die Gefahr, dass die Hundsbuam ungewollt vor die Hunde gehen.