Klinikum Erding Erding bekommt Dialysezentrum

Auf der Grünfläche zwischen dem Klinikgebäude und dem Personalwohnheim (hi. li.) ist Platz für ein größeres Dialysezentrum in einem eigenen Gebäude.

(Foto: Renate Schmidt)

Künftig können dreimal so viele Nierenkranke versorgt werden wie bisher. Derzeit können 30 Patienten behandelt werden, der Bedarf ist aber sehr viel größer

Von regina Bluhme und Florian tempel, Erding

Es gibt eine gute Nachricht für Dialysepatienten aus dem Landkreis: Auf dem Gelände des Klinikums Erding ist der Neubau eines Dialysezentrums geplant, in dem fast dreimal so viele Nierenkranke wie bisher versorgt werden können. Nach Angaben des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation (KfH), das seit fünf Jahren gewissermaßen als Untermieter am Klinikum Erding Dialysepatienten versorgt, sollen die aktuelle Kapazitäten massiv ausgebaut werden. Bislang können 30 Patienten behandelt werden, Bedarf an Dialyse hätten jedoch 80 Menschen im Raum Erding. Das KfH betreibt etwa 200 Dialysezentren in Deutschland.

"KfH und Klinik loten derzeit die Möglichkeiten aus, auf dem Klinikgelände einen Neubau für das KfH-Nierenzentrum zu errichten", schreibt Christiane Schönfeldt von der Pressestelle des KfH. Sándor Mohácsi, Vorstand des Klinikums, bestätigt das: "Wir prüfen derzeit gemeinsam mit dem KfH die Realisierung eines eigenen Neubaus für eine größere Dialysepraxis auf dem Gelände des Klinikums." Sowohl das KfH wie auch das Klinikum wünschten eine Lösung direkt am Klinikum. "Dies hätte sowohl für Patienten, wie auch für unser beider Fachpersonal große Vorteile", schreibt der Vorstand.

Derzeit stehen im Klinikum zehn Plätze für die Dialysebehandlung zur Verfügung. "Die Raumsituation ist sehr beengt", schreibt KfH-Sprecherin Schönfeldt. Die Dialysezeiten finden an drei Tagen in jeweils drei Schichten statt. Die insgesamt etwa 30 Patienten kommen alle aus Erding und Umgebung, ihre Altersspanne liegt zwischen 30 und 90 Jahren.

Viele Jahre mussten Nierenkranke darauf warten, bis im Juni 2013 in Erding überhaupt ein Dialysezentrum eröffnet wurde. Jahrelang hatten Zulassungs- und Gerichtsverfahren die Einrichtung des KfH-Dialysezentrum verzögert. Der Landkreis Erding war schließlich der letzte Landkreis in der Region München, in dem noch keine eigene Dialyseeinrichtung vorhanden war. Da aber nur zehn Dialyseplätze relativ wenig sind, kündigte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) schon bei der Eröffnung vor fünf Jahren an, "wir sind bestrebt, eine deutlich größere Einrichtung zu schaffen".

Der damalige Plan war, ein großes Dialysezentrum in einem neuen Trakt des Krankenhauses unterzubringen. In dem Neubau sollte zudem Strahlentherapie in Kooperation mit niedergelassenen Fachärzten eingerichtet werden. Nach weiteren Überplanungen, bei denen unter anderem auch auf die Strahlentherapie verzichtet wurde, wurden 2017 die Pläne für den Anbau gestoppt. Das Konzept des nach SZ-Informationen 34 Millionen Euro teuren Neubautrakts war vom bayerischen Gesundheitsministerium und der Regierung von Oberbayern bereits abgesegnet und 21 Millionen Euro staatliche Zuschüsse schon fest zugesagt. Der mit Kreisräten aller Fraktionen besetzte und von Landrat Bayerstorfer geleitete Verwaltungsrat des Klinikums scheute jedoch offenbar davor zurück, einen massiv zu investieren, während das Klinikum Millionenverluste macht und die Geburtsabteilung vorübergehend geschlossen werden musste.

Auch Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) hat den Bau des Dialysezentrums wohl angebdeutet. Im Stadtentwicklungsausschuss sagte er, dass der Bebauungsplan rund ums Klinikum geändert werde, da sich einiges in diesem Bereich tun werde. Platz für den Neubau des Nierenzentrums ist in der kleinen Grünanlage zwischen dem Klinikum und dem Personalwohnheim. Ob dies wirklich der anvisierte Standort sein wird, wollte aber weder die Klinikleitung noch das KfH bestätigen. Noch nichtabschließend geklärt ist offenbar auch, wer als Bauherr auftreten wird. Die Grundstücke am Klinikum gehören dem Landkreis, der eine Fläche aber zum Beispiel in Erbbaurecht zur Verfügung stellen könnte.