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Kinderbetreuung:Tagesmütter bekommen mehr Geld

Jugendhilfeausschuss billigt neue Förderrichtlinie und verlangt höhere Qualifikationen

Von Antonia Steiger, Erding

Die Tagesmütter im Landkreis Erding bekommen künftig mehr Geld. Der Jugendhilfeausschuss hat am Mittwoch eine neue Staffelung beschlossen, der zufolge sich die Höhe der Stundensätze nicht mehr wie bisher an dem Alter der Kinder orientiert; für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren gab es bislang mehr Geld. Künftig wird die Qualifikation der Tagesmutter ausschlaggebend sein, sie wird daran abgelesen, wie viele Stunden sie in Ausbildung und Fortbildung verbracht hat. Konkret beträgt die Basisvergütung 3,60 Euro pro Stunde pro Kind, die sich um zehn Prozent auf 3,96 Euro bei 160 Unterrichtseinheiten erhöht; bei 205 Stunden um 15 Prozent auf 4,14 Euro und bei einer Ausbildung zur Fachkraft um 20 Prozent auf 4,32 Euro.

Unbedingt habe das Landratsamt vermeiden wollen, dass auch nur eine der etwa siebzig Tagespflegepersonen, derzeit alles Frauen, durch die neue Vergütungsregelung schlechter als zuvor gestellt sein könnte, wofür Peter Stadick als Noch-Leiter des Jugendamtes Lob von allen Seiten bekam. Eine weitere Neuerung betrifft die Mindestqualifizierung für Tagespflegepersonen, die bislang 100 Unterrichtseinheiten betragen hatte; diese Grenze liegt nun bei 160 Stunden, wobei Stadick betonte, dass der Landkreis damit eine gesetzliche Neuregelung umsetze. Wer diese 160 Unterrichtseinheiten nicht vorweisen kann, kann sie bis Ende 2022 nachholen. In der Vorlage der Verwaltung heißt es, dass die Anforderungen an frühpädagogische Qualität und Professionalität gestiegen seien. "Tagespflegepersonen sollen einem Bildungsanspruch im frühkindlichen Bereich gerecht werden und Tageskinder pädagogisch stärken." Auch deswegen wird eine höhere Qualifizierung von Tagesmüttern und -vätern angestrebt. Michael Oberhofer (CSU) sagte dazu, dass dies eine "sehr sehr gute Lösung" sei. Man sehe, "Qualität lohnt sich".

"Sehr niedrig" war bisher auch nach Ansicht von Stadick die Kostenerstattung für Sachaufwendungen: 1,50 Euro haben die Tagesmütter bislang pro Stunde bekommen, das sei auch im Vergleich mit anderen Landkreisen wenig. Künftig gibt es zwei Euro pro Stunde, damit befindet sich der Landkreis laut Stadick auf einem ähnlichen Niveau wie die umliegenden Landkreise. Zusätzlich bekommen Tageseltern 50 Euro für die Eingewöhnungszeit eines Kindes für den Fall, dass anschließend ein Betreuungsvertrag zustande komme. Dies fand vor allem Ulla Dieckmann (SPD) gut. Die Eingewöhnungszeit sei ja auch Arbeit, sagte sie. Sie betonte ebenso, dass es erfreulicherweise gelungen sei, dass alle Tagespflegepersonen finanziell besser gestellt seien. Aus ihren Kontakten mit Tagesmüttern könne sie mitteilen, dass diese sehr zufrieden mit der Neuregelungen seien. Viele wünschten sich jedoch, dass bei den Qualifizierungsmaßnahmen unterschiedliche Themen angesprochen werden. Vorbild sei dabei das Kreisbildungswerk Ebersberg.

© SZ vom 10.06.2021
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