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Jugend- und Kulturhaus Sonic:Jugendzentrum wirbt um Jugend

Alexander Just ist der neue Leiter des Sonic, Miriam Jürgens ist seit eineinhalb Jahren für das Kulturprogramm verantwortlich.

(Foto: Renate Schmidt)

Der neue Leiter, Alexander Just, will die Teenager zurückholen. Für die es künftig einen eigenen offenen Treff geben wird

Seit Kurzem hat das Erdinger Jugend- und Kulturzentrum Sonic einen neuen Leiter, und Alexander Just hat sich einiges vorgenommen. Zunächst einmal will er die Klientel der Schüler zurückgewinnen, die sich in den vergangenen Jahren ein wenig rar gemacht hat. So gibt es von Januar an im Sonic Café einen offenen Treff für Teenager. Zugleich hat er mit der Kulturmanagerin Miriam Jürgens ein kulturelles Programm zusammengestellt, das sich auch an Erwachsene richtet. Dazu gehören die Wohnzimmerkonzerte, die international und nicht selten hochkarätig besetzt sind.

Alexander Just und Miriam Jürgens sind an diesem Montag noch mit dem Abbau des Adventsmarkts beschäftigt, der im Sonic stattgefunden hat. Er war sehr gut besucht, "rund 300 Besucher waren da", sagt Miriam Jürgens. Neben Schmuckständen und einer Kleidertauschbörse gab es einen Foodtruck mit Hot Dogs nach dem Rezept eines Sternekochs, angekündigt vom Sonic als "Streetfood trifft auf Haute Cuisine". Eine interessante Kombination und durchaus richtungsweisend: "Wir hätten gerne ein gemischteres Publikum", sagt Miriam Jürgens, "Alt und Jung" wolle das Sonic ansprechen.

Zunächst einmal geht es um die ganz Jungen, "die sind uns in den letzten Jahren ein wenig verloren gegangen", sagt Jürgens, die seit eineinhalb Jahren im Sonic arbeitet. Die knallbunte Programmübersicht für die Monate Januar bis März soll Anfang 2019 unter Schüler gebracht werden. Vor allem mit dem neuen Treff für Teenager sollen die Schüler "wieder mit ins Boot geholt werden", erklärt Alexander Just. Der Treff im Sonic-Café ist von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Dort können Jugendliche ab 13 Jahren zu günstigen Preisen Kaffee, Tee oder eine Cola trinken, ratschen oder Kicker-Spielen. Weitere offene Gruppen extra für Teenager sind Yogastunden, ein Russisch-Kurs, Workshops in Modern Dance, ein Wrap-Kochkurs oder Bewerbungstraining für Schulabgänger.

Zugleich legen Just und Jürgens großen Wert auf ein Programm, das auch Erdinger jenseits der 18 anspricht. Wie zum Beispiel der Lindy Hop Workshop mit Swing Musik aus den 30er Jahren, der Seidenblumen-Workshop oder Handlettering-Kurs, wobei diese "Schönschrift" gerade bei der Jugend hoch im Kurs stehe, sagt Jürgens. Auf keinen Fall wolle das Sonic in Konkurrenz zu anderen Veranstaltern oder Vereinen treten, betont die Kulturmanagerin. "Wir wollen etwas Exotisches anbieten, etwas, was hier einmalig ist."

Den Probenraum im Untergeschoss können Bands nutzen, es gibt noch einen Mehrzweckraum und einen Club zum Abtanzen. Schon seit längerem treffen sich im Sonic unter anderem auch der Fotoclub Erding und eine Gruppe von Manga-Fans. Im Café finden regelmäßig "Wohnzimmerkonzerte" bei freiem Eintritt statt. Am 26. Januar kommt zum Beispiel Textor, der als Rapper bekannt wurde und heute im Duo "Textor und Renz" seine ganz eigene Musik macht. "Wir bieten hier wirklich ein Qualitätsprogramm mit internationalen Künstlern", die Besucher auch aus München anlockten, sagt Jürgens. Sie würde sich wünschen, dass noch mehr Erdinger dieses Angebot wahrnehmen.

Hubert Sandtner, der Jugendreferent des Erdinger Stadtrats, findet die Öffnung des Angebots auch für Erwachsene "auf jeden Fall einen Versuch wert". Grundsätzlich habe ein Jugendzentrum eine wichtige Funktion: "Es soll für alle Jugendlichen aus allen Schichten offen sein", denn das fördere den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das ist auch Alexander Just wichtig, der gerne "als Ansprech- und Gesprächspartner" für die Besucher da sein will.

Vier festangestellte Mitarbeiter arbeiten im Sonic, neben Jürgens und Just noch eine Verwaltungskraft und eine sozialpädagogische Fachkraft. Dazu kommen viel ehrenamtliche Helfer. Die Stelle der Sonic-Leitung war seit März vakant. Seit Oktober leitet nun Andreas Just das Jugend- und Kulturzentrum. Der gebürtige Brandenburger lebt seit knapp 20 Jahren in Bayern, hat einen Master in Sozialer Arbeit und arbeitete zuletzt im Jugendzentrum Puchheim. Die Große Kreisstadt kennt der 37-Jährige gut, denn er hat einige Zeit hier gelebt. In Erding seien sehr viele Jugendliche in Vereinen eingebunden, habe er festgestellt. Kinder könnten Hobbys nachgehen, vielleicht neben dem vollgepackten Schulalltag einer der Gründe, dass in der letzten Zeit weniger Schüler den Weg ins Sonic gefunden hätten, so Just.

Wer neue Ideen habe und einen Raum in Erding benötige, der soll sich beim Sonic melden, erklärt Alexander Just: "Kommt zu uns." Erreichbar ist das Sonic in der Dorfener Straße 13 per E-Mail an info@sonic-erding.de.