Jubiläum Mit Rad und Tat

Der Erdinger Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs feiert sein 25-jähriges Bestehen. Der Klub will vor allem das Fahrradfahren in und um Erding sicherer machen

Von Carolin Fraunhofer, Erding

"Fahrradfreundlich ist eine Kommune dann, wenn sich eine Familie mit Kindern sicher und unbeschwert darin mit dem Fahrrad bewegen kann", erklärt Horst Weise, Erdings Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Getreu diesem Motto arbeitet der ADFC Erding nun bereits seit 25 Jahren. Dieses Jubiläum feiert er am Samstagabend, 5. August, im Saal des Hotels Weißbräu in Erding. Teilnehmen werden unter anderem Landrat Martin Bayerstorfer, Oberbürgermeister Max Gotz, sowie ADFC-Landesvorsitzender Armin Falkenhain.

Die Anfänge des Klubs liegen im Herbst 1992, als Michael Wrobel mit zehn Mitstreitern beschloss, den ADFC-Kreisverband in Erding zu gründen, um gemeinsame Radtouren zu unternehmen und sich für die Radfahrer in ihrer Heimat Erding einzusetzen. Ein schweres Unterfangen, erklärt Weise: "Das Rad war damals nicht hip. Die Stadt wurde für Autos gebaut."

Dennoch fanden die Gründer schnell Gleichgesinnte und Mitstreiter, sodass der Klub bis heute besteht und stetig wächst. Erst im vergangenen Jahr wurde der Erdinger Kreisverband bei der Bundesversammlung des ADFC für das bundesweit größte Mitgliederwachstum ausgezeichnet, in der Kategorie unter 400 Mitglieder. Damit bestätigten die Erdinger den Erfolg des Vorjahres und verteidigten ihren Titel.

Touren aller Art bietet der ADFC Erding seit Jahren an. Teilnehmen kann jeder und auf diese Weise erfahren, wie angenehm es ist, radfahrend die Gegend zu erkunden und gleichzeitig etwas für die eigenen Gesundheit zu tun.

(Foto: Peter Bauersachs)

Der Kreisverband bemüht sich, die Stadt für Radfahrer sicherer zu machen. Er zeigt anhand eines Gefahrenatlasses auf, wo es Problemstellen gibt. Außerdem kümmert er sich seit 2013 um das Radwege-Netz der Region. Dieses umfasst circa 1100 Kilometer und ist mit weiß-grünen Schildern gekennzeichnet, um Radfahrer durch die Region zu leiten. Für Touristen und Interessierte bietet der ADFC Erding mit seinen ehrenamtlichen Stadtführern, den City-Piloten, auch Stadt- und Landkreisführungen auf dem Fahrrad an.

Für die zahlreichen Pendler der Region hat der ADFC eine Karte mit Expressrouten nach München erstellt. "Das sind natürlich nicht die schönsten Radwege, aber auf den Expressrouten gelangen Radler schnell und vor allem sicher in die Großstadt", erklärt Weise. Besonders stolz ist der Kreisvorsitzende auf die Fahrradcodierung zur Vorbeugung von Diebstahl, die der ADFC Erding jedes Frühjahr durchführt. Dabei wird jedes Rad mit einer Nummer versehen. Dadurch kann es zweifelsfrei seinem Besitzer zugeordnet werden. Die Polizeistatistik belege einen Rückgang von Fahrraddiebstählen, sagt Weise. Die Codierungsaktion trage also Früchte.

Horst Weise, Kreisvorsitzender des ADFC Erding.

(Foto: oh)

Für zusätzliche Sicherheit soll eine Beleuchtungsaktionen sorgen, die der ADFC für den Herbst plant. Etwa die Hälfte der Radfahrer fährt ohne Licht, klagt Weise. Außerdem müssten Kreuzungen entschärft werden. Die Innenstadt wünscht sich Weise autofrei.

Neben diesen Projekten liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf den gemeinsamen Radtouren. 70 Fahrten gibt es dieses Jahr, die alle von den ehrenamtlichen Tourleitern geführt werden. Jeden Donnerstag findet eine Feierabendtour statt, an der auch Nichtmitglieder gegen einen Beitrag von zwei Euro teilnehmen können. Die einjährige Ortsgruppe Dorfen schwingt sich jeden zweiten Mittwoch auf den Sattel für eine Feierabendrunde.

Anders als früher gilt Fahrradfahren mittlerweile durchaus als hip. Für den ADFC könnte es deshalb ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk geben: Die Stadt Erding würde gerne offiziell als fahrradfreundlich gelten. Deshalb will sie bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern einen Antrag stellen. Dann hätte die Stadt vier Jahre Zeit, um die Maßnahmen umzusetzen.