"Jeder versucht den anderen, ein bisschen weiter zu bringen" Drohnenflug in der Schulaula

Praxisrelevant: Im Physikunterricht am Korbinian-Aigner-Gymnasium mit nordirischen und rumänischen Gastschülern fliegt eine Drohne durch das Klassenzimmer.

(Foto: Stephan Görlich)

Im Rahmen des EU-weiten Programms Erasmus Plus tüfteln Schüler aus Erding, Belfast und Jassy in Rumänien am Korbinian-Aigner-Gymnasium an Einsatz, Programmierung und Steuerung der Fluggeräte

Von REgina Bluhme, Erding

Regelmäßig fliegen in der Aula des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) Drohnen umher - programmiert, konstruiert und gebaut in einem gemeinsamen Projekt von Schülern aus dem bayerischen Erding, dem nordirischen Belfast und der rumänischen Stadt Jassy. Im Rahmen des EU-weiten Programms Erasmus Plus findet am KAG gerade eine Projektwoche statt, in der sich die Teilnehmer aus den drei Ländern austauschen, gemeinsam tüfteln und natürlich Erding und Umgebung erkunden. Am Mittwoch war der Bayerische Rundfunk bei dem internationalen Schüler-Workshop zu Gast.

Im November vergangenen Jahres sind sieben Schüler und fünf Lehrer von Erding nach Belfast gereist. Es war eine Schulfahrt der etwas anderen Art mit einem strikten Arbeitsprogramm unter der Überschrift: Einsatz, Programmierung und Steuerung von Drohnen. In Workshops und Experimenten untersuchten die Teilnehmer aus Nordirland, Deutschland und Rumänien unter anderem, wie Drohnen für Luftaufnahmen verwendet werden können, berichtet KAG-Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig, der die Fahrt begleitet hat. Seit der Rückkehr besprechen sich die Teilnehmer mit Hilfe von Skype, Videokonferenzen und "aller Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnik". Eine "strategische Partnerschaft" sei entstanden. "Jeder versucht den anderen, ein bisschen weiter zu bringen." Auch die Lehrer der drei Länder stünden in ständigem Austausch.

Das zweite Treffen von Angesicht zu Angesicht finde seit Sonntag in Erding statt und stehe unter dem Aspekt des Umweltschutzes, sagt Fuhrig. Zum Beispiel beraten die Schüler, wie mithilfe der Drohnen auf Videos dokumentiert werden könnte, welche Spuren der Skisport in Gebirgslandschaften hinterlässt. Davon können sich die Gäste aus Rumänien und Nordirland gleich am Donnerstag überzeugen, denn da steht eine Exkursion nach Berchtesgaden in den Nationalpark auf dem Programm.

An drei Nachmittagen geht es in dieser Woche dann im Gymnasium richtig zur Sache: Für die Schüler gibt es einen Robotics-Workshop und zwei Drohnen-Workshops. Für den Workshop am Mittwochnachmittag hat sich sogar der Bayerische Rundfunk angemeldet.

Die Drohnen werden allerdings nur in der Aula oder in der Schulturnhalle in der Luft gesteuert, erklärt Fuhrig. Denn die Geräte können recht hoch fliegen, und angesichts der Nähe zum Flughafen München sei ein Drohnenflug im Freien "eine heikle Sache", die erst abgeklärt werden müsste.

Für die Gäste aus Rumänien und Nordirland stand noch mehr auf dem Programm, unter anderem eine Ganztagesexkursion zum Campus Garching der Technischen Universität München, der Besuch des BMW-Museums sowie eine "City tour of Erding" samt Weißwurstessen. Das Projekt, das von der EU drei Schuljahre lang wird, verfolgt laut Hans-Joachim Fuhrig gleich mehrere Ziele. Zum einen könnten die jungen Erdinger Auslandserfahrung sammeln. "Zudem lernen sie, im Team zu arbeiten und zwar über alle nationalen Grenzen hinweg." Gleichzeitig könnten die Jugendlichen ihre Fremdsprachenkenntnisse einsetzen, "denn die Arbeitssprache ist Englisch", erklärt Fuhrig. Zum anderen erhielten die Jugendlichen einen Einblick, "in welche Richtung es nach dem Abitur beim Studium weitergehen könnte".

Im Herbst findet das nächste Treffen statt, dann in Rumänien.

B5 aktuell berichtet in der Sendung Campus Magazin am Sonntag, 4. März, um 15.35 Uhr über die Erasmus-Woche am KAG.