125 Jahre Hiasl Maier Chiemseemaler aus Erding

Viele Bilder des Malers schmückten - wie dieses Doppelporträt eines Ehepaars - jahrzehntelang die Gasträume im Gasthaus Mayr-Wirt.

(Foto: Renate Schmidt)

Vor 125 Jahren wurde der Künstler geboren. Die Stadt und das Museum Franz Xaver Stahl feiern das Jubiläum

Von Florian Tempel, Erding

Heuer jährt sich zum 125. Mal der Geburtstag des in Erding geborenen Malers Hiasl Maier, der außerhalb der Stadt und in der Kunstgeschichte als Hiasl Maier-Erding bekannt ist. Seine Heimatstadt und das Museum Franz Xaver Stahl feiern das Jubiläum mit zwei Ausstellungen. Grafiken, Skizzen, Fotografien und Briefe aus seinem Nachlass sind vom 7. April bis Anfang August im Museum Franz Xaver Stahl zu sehen. Unter dem Titel "A Fauler bin i net" wird im Juni in einer Ausstellung im Frauenkircherl eine Auswahl seiner Ölgemälde gezeigt.

Hiasl Maier kam am 3. Mai 1894 als Mathias Maier in Erding auf die Welt. Wie beim sieben Jahre jüngeren Franz Xaver Stahl, dem später als akademischer Tiermaler bekannt gewordenen Erdinger Künstlerkollegen, entdeckte der Lehrer Max Wild Maiers außergewöhnliche künstlerische Begabung. Nach dem Ende seiner Schulzeit fasste Hiasl Maier noch als Jugendlicher den Entschluss, Kunstmaler zu werden. 1907 begann er bei Hans Schöberl in Prien am Chiemsee eine Lehre als Dekorationsmaler. 1911 endete seine Lehrzeit und er strebte nun ein Studium an der Kunstakademie an. Zunächst schrieb er sich an der königlichen Kunstgewerbeschule in München ein. Dann, so ist im Standardwerk zu Hiasl Maier-Erding zu lesen, immatrikulierte er sich im Jahre 1912 bei Professor Karl Raupp an der Münchner Kunstakademie. 1914 wurde er als Soldat zum Militär eingezogen. Er musste jedoch nur wenige Monate am Ersten Weltkrieg teilnehmen, da er bald schon wegen einer Fußverletzung entlassen wurde. Noch während des Krieges nahm er den Unterricht an der Akademie wieder auf, diesmal bei dem von ihm verehrten Carl Becker-Gundahl. 1916 folgte die erste Ausstellung in den Räumen des Kunstvereins München.

Mittlerweile wohnte Hiasl Maier wieder in Prien bei der Familie Schöberl und hatte im Ort ein Atelier beim Glasermeister Mühleisen angemietet. Der Verkauf seiner Bilder ging indes nur schleppend. Erst nach einigen Porträt-Aufträgen wurde sein Name bekannt. Sehr zu recht, denn in seinen Porträts strahlt sein großes Können besonders eindrucksvoll. Gleichwohl hat er auch viele Landschaften gemalt und ist einer der bekanntesten Chiemseemaler.

Heike Kronseder, die die Sonderausstellung im Franz Xaver Stahl Museum konzipiert, charakterisiert ihn so: "Seine tief empfundene Liebe zu Bayern, zu Heimat und Tradition, seine Geselligkeit, sein Humor, seine Ehrlichkeit und sein überaus großes künstlerisches Können brachten ihm die Freundschaft vieler bedeutender Persönlichkeiten und der einfachen Bauern am Chiemsee ein."

Als Hiasl Maier 1932 am Chiemsee mit seiner Verlobten Lily Wilhelm ein Haus baute, klagte er über starke Schmerzen. Ein Jahr später starb er am 30. April 1933, keine 40 Jahre alt, in München im Krankenhaus an einer Nierenentzündung. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof St. Paul in Erding.

Leben und Werk des Malers wird Heike Kronseder am Montag, 20. Mai, um 19.30 Uhr im Erdinger Weißbräu beleuchten. Sonderausstellung im Museum Franz Xaver Stahl, 7. April bis 4. August, jeden ersten Sonntag im Monat, 13 bis 17 Uhr, sowie nach Anmeldung unter Telefon 08122/408 160 oder 0171/80 95 120. Ölgemälde, Ausstellung im Frauenkircherl, 5. bis 16. Juni, täglich 13 bis 18 Uhr.