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Isen:Kulturelle Grundversorgung

Die Kleinkunstreihe "Brotzeit & Spiele" bringt 2020 wieder sechs starke Kabarettprogramme in den Klement-Saal

Im Gasthaus Klement in Isen geht die Reihe "Brotzeit & Spiele" ins zehnte Jahr. Dass es auch 2020 hier wieder mehrere Kleinkunstgrößen zu erleben gibt, ist dem Lyriker, Musiker und Schauspieler Wolfgang Ramadan zu verdanken, der hinter der Veranstaltungsreihe steckt. "Im Land der Dichter und Denker gehört es dazu, ins Theater zu gehen", findet Ramadan und schafft deshalb die Möglichkeit dazu: Seine Kulturabos, die er in zwölf bayerischen Kommunen anbietet, sind "kulturelle Grundversorgung", wie es auf seiner Internetseite heißt. Noch bis kommenden Montag können die Abos für 2020 erworben werden. Wer eine Jahreskarte kauft, bekommt nicht nur sechs Eintrittskarten und eine feste Platzreservierung, sondern darf sich auf Abende mit einer "hohen Lachdichte" freuen, verspricht Ramadan.

Obendrein fördert der Impresario auch Newcomer und heimische Künstler. Und genau darum geht es dem Veranstalter, denn Ramadan selbst ist Künstler. Früher schrieb er vor allem bayerische Gedichte über Liebeskummer und ließ sich von einem Cellisten begleiten. Doch sein Kabarettprogramm war nur schwer in etablierten Theatern unterzubringen, wie er sagt.

Beim Abo 2020 in Isen ist Ramadan aber gleich mal zum Auftakt im Klement-Saal zu erleben. Wie definiert man Glück? Dieser Frage gehen er und der Münchner Musiker Roland Hefter am Freitag, 27. März, nach. Ihr Programm heißt "100 Jahre Glück", denn die zwei haben ihre Lebensjahre zusammengerechnet und textlich aufsummiert: "Hundert Jahre Expedition und Abenteuer auf Autobahnen, durch Städte, Dörfer, Schlaglöcher, vom Gasthaus ins Bierzelt, vom Bürgerhaus ins Staatstheater und immer wieder Floßfahrten", heißt es in der Ankündigung.

Roland Hefter & Wolfgang Ramadan - Hundert Jahre Glück!

Zum Auftakt kommt Wolfgang Ramadan (rechts im Bild) mit Roland Hefter nach Isen.

(Foto: oh)

Am Samstag, 25. April, erzählt dann der Singer-Songwriter Mathias Kellner Geschichten aus dem Leben, die er im bayerischen Hinterland aufgegabelt hat. Seien Programm "Irgendwie zu ungefähr" ist ein "kurzatmiges Gesamtkunstwerk aus Worten und Akkorden", heißt es in seiner Selbstauskunft.

Den dritte Akt bestreitet der Kabarettist Han's Klaffl. In "Nachschlag! Eh ich es vergesse . . ." gibt der pensionierte Musiklehrer Antworten auf Fragen, die er sich selbst gestellt hat, die aber auch andere interessieren könnten: Wie kommt es, dass ein achtjähriger Schüler beschließt, Lehrer zu werden? Und warum wird man Musiker? Zu sehen am Samstag, 16. Mai.

Nach einer längeren Sommerpause geht es am Samstag, 12. September, in die zweite Spielhälfte. Dann steht Philipp Weber auf der Bühne und gibt dem Publikum "eine heitere Gebrauchsanweisung für den freien Willen". Weber erörtert in "Weber No 5 - ich liebe ihn" das Phänomen, dass der Mensch Dinge kauft, die er nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die er nicht mag. Warum tut er das und wer schützt uns davor? Weber weiß Rat.

Am Mittwoch, 10. Oktober, kommt Der bairisch diatonische Jodelwahnsinn mit seinem Musikkabarettprogramm "Da kema drei". Die Multiinstrumentalisten Otto Göttler, Geli Huber und Tobias Andrelang pflegen die Tradition der aufmüpfigen Volksmusik und kommentieren mit Hintersinn und Wortwitz die Gegenwart.

Zum Abo-Abschluss ist Franziska Wanninger zu erleben.

(Foto: Christian Endt)

Zum Abschluss des Isener Kleinkunst-Abos gibt Franziska Wanninger am 12. Dezember ein Gastspiel. In "Furchtlos glücklich" zeigt sie wieder ihr großes Können, sich in Sekunden vom derben Grantler zum kaputten Manager zur Sinnsucherin zur nassforschen Putzfrau oder zur fast liebenswürdigen Wiesn-Bedienung umzuschalten.

"Brotzeit & Spiele" im Klement-Saal, Münchner Straße 3, Isen; Abos und Einzelkarten bei Kulturpunkt Isen, Münchner Str. 17, Tel. 08083/90 89 29.