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Infrastruktur:Mehr Abstand durch zusätzliche Schulbusse

Im Landkreis Erding fahren täglich tausende Schüler mit dem Bus zur Schule und zurück nach Hause.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Freistaat stellt den Kommunen bis zu den Herbstferien 15 Millionen Euro für Verstärkerfahrten zur Verfügung. Der Landkreis hat eine eigene Kontrolleurin, die nun auch die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft

Von Gerhard Wilhelm, Erding

15 Millionen Euro will die bayerische Staatsregierung bis zu den Herbstferien zur Verfügung stellen, damit die Kommunen zusätzliche Schulbusse in Betrieb nehmen können, um überfüllte Fahrten zu verhindern. Auch im Landkreis Erding soll es mehr Schulbusse geben, wenn auch wohl nicht überall sofort vom ersten Schultag an. Man sei noch in Gesprächen mit dem MVV und den Busunternehmen, heißt es aus dem Landratsamt.

Die Erdinger Busunternehmen sehen die Sache sehr positiv. Sie könnten die zusätzlichen Busse zur Verfügung stellen und brauchen dazu nur wenig Vorbereitungszeit. Wegen der Corona-Pandemie läuft das Geschäft im Reisebusverkehr weiterhin sehr schlecht, viele Busfahrer sind noch in Kurzarbeit.

Die Busunternehmen stehen bereit, zusätzliche Fahrten zu übernehmen: "Mit zwei bis drei Tagen Vorlauf können wir weitere Schulbusse in Betrieb nehmen. Das größte Problem ist die Wiederzulassung der abgemeldeten Fahrzeuge", sagt Benedikt Kistler vom gleichnamigen Dorfener Busunternehmen, das vier Schulbuslinien im Landkreis betreut. Die Fahrer aus der Kurzarbeit zu holen sei einfacher. Sie müssten nur noch eingewiesen werden. Beim Busunternehmen Scharf war man bereits vorbereitet. "Vom Bund ist schon vor längerer Zeit abgefragt worden, welche Kapazitäten frei wären. Damals haben wir unsere Fahrzeuge gemeldet", sagt Andreas Scharf, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens in Tittenkofen. Einen zusätzlichen Bus hat man von Dienstag an im Einsatz. Zudem sei man im Gespräch mit den Kommunen und Schulen, wo man gegebenenfalls noch Entlastung benötige. Auch beim Busunternehmen Larcher kann man rasch reagieren. Die Firma mit Sitz in Markt Schwaben betreibt einige Schulbuslinien im Süden des Landkreises Erding. Es komme auf den Umfang an, sagt Geschäftsführer Thomas Harant.

Die Schülerbeförderung zu den staatlichen Schulen ist Sache des Landratsamts. Im Landkreis Erding werden täglich mehr als 5000 Schüler zu den Realschulen, Gymnasien und Förderzentren befördert. Die Beförderung geschieht überwiegend über das öffentlich Regionalbusnetz und zu einem kleinen Teil durch Schulbusse. Teilweise werden die Schulbusse der Grund- und Mittelschulen mitgenutzt.

Generell arbeite man im Landratsamt stetig daran, dass es zu keiner Maximalauslastung oder Überfüllung der Busse komme, sagt Pressesprecherin Daniela Fritzen. Seit eineinhalb Jahre gibt es zum Beispiel eine Kontrolleurin, die regelmäßig auf allen Linien mitfahre. Sie erfasse stichprobenartig die Auslastung und gleiche sie mit der gemeldeten Schülerzahl ab. Die Kontrolleurin soll nun eine weitere Aufgabe erhalten. Sie soll verschärft die Situation in den Bussen mit Hinblick auf die Hygiene- und Abstandsregeln beobachten und Fahrgäste im Bus oder an der Haltestelle auf die richtigen Verhaltensweisen hinweisen. Sollte es auf einer Linie zu Missständen kommen, sollten sich Betroffene, Eltern oder Lehrer möglichst direkt an die zuständigen Sachbearbeiter im Landratsamt wenden, sagt Fritzen. Bei Beschwerden könne die Buskontrolleurin bereits am nächsten Tag auf der betreffenden Linie zum Einsatz kommen.

Schon vor der Zusage der Staatsregierung habe man eine Verbesserung für Schüler aus dem Gemeindegebiet Fraunberg etabliert, sagt Fritzen. Der Verstärkerbus zur Realschule Oberding setze mit Beginn des Schuljahres bereits ab Fraunberg ein. Dadurch werde das Umsteigen in Langengeisling entzerrt sowie die Regionalbuslinie 501 entlastet werden. Der neue Fahrplan sei in den kommenden Tagen auf der Homepage der Schule einsehbar.

Das Landratsamt weißt darauf hin, dass in allen Bussen eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung herrsche. Außerdem gebe es einen Flyer zum sicheren Schulbusfahren. Dieser sei online über das jeweilige Portal der Schule und auf der die Homepage des Landratsamtes zu finden. Dort sind jeweils auch die aktuellen Fahrpläne und Verstärkerfahrten für den Schülerverkehr einzusehen.

Hinweise und Beschwerden werden im Landratsamt Erding von Montag bis Freitag von 7.15 Uhr an unter Telefon 08122/581215 oder per E-Mail an bus@lra-ed.de entgegengenommen.

© SZ vom 07.09.2020

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