In der Erdinger Innenstadt Altstadtfest ohne Altstadtkriterium

TSV Erding hat wegen der Bauarbeiten am Erdinger Straßennetz das traditionelle Radrennen aus dem Terminkalender gestrichen

Von Antonia Steiger

Zum 27. Mal hätte in diesem Jahr das Erdinger Altstadtkriterium stattfinden sollen, als Termin war der Freitagabend, 1. Juli, vorgesehen. Doch heuer müssen die Erdinger auf ihr Radrennen verzichten, das seit Jahren den Höhepunkt zu Beginn des Altstadtfestes markiert.

Grund sind die Bauarbeiten am Straßennetz: Die Radsportabteilung des TSV Erding musste laut dem Zweiten Vorsitzenden Karl Pfeiffer davon ausgehen, dass die Münchner Straße auf Höhe des Gasthofs zur Post gesperrt sein wird. Dadurch wäre ein Rennen auf der bekannten Strecke über die Lange Zeile, die Krankenhausstraße und über die Münchner Straße zurück in die Innenstadt unmöglich gewesen.

Als Alternative hat die Stadt dem TSV Erding zwar angeboten, dass der alte Rundkurs abgesteckt wird. Doch die Radsportler lehnten ab: "Das wäre zu gefährlich gewesen", sagte Pfeiffer. Bei dem alten Rundkurs zischten die Radfahrer in entgegengesetzter Richtung durch die Lange Zeile: Am südlichen Ende bei der Sparkasse ging es links rund um den Schrannenplatz, durch den Schönen Turm und über den Mühlgraben wieder zurück auf die Lange Zeile.

Aber das ist nach Pfeiffers Einschätzung riskant: "Der Schrannenplatz ist voll mit Menschen. Wenn einige über die Straße wollen und die Radler mit 50 Stundenkilometer ums Eck kommen, ist das Risiko einfach zu hoch." Tatsächlich ist zwar nun auch die andere Strecke frei von Baustellen, aber das war im März noch nicht absehbar, als der TSV Erding das Rennen hätte melden müssen.

Das Altstadtfest findet aber trotzdem statt: am 1. und 2. Juli und damit zum zweiten Mal nur an zwei Tagen. Bekanntlich hat die Stadt Erding aufgrund sich häufender Beschwerden der Anwohner die Frequenz der Feste in der Innenstadt etwas reduziert: Dieser Entscheidung ist auch der Sonntag beim Altstadtfest zum Opfer gefallen.

Wie der Stadtpressesprecher Christian Wanninger sagt, findet aber auch heuer am Samstagvormittag ein Flohmarkt statt, der vermutlich von Flohmarkt-Fans in großer Zahl gestürmt wird. Denn das Rathaus hat, wie berichtet, den gewerblichen Flohmärkten an Sonntagen mit Verweis auf geltendes Recht einen Riegel vorgeschoben. Die Häufigkeit von Flohmärkten im Stadtgebiet hat dadurch stark abgenommen.

Wie in den vergangenen Jahren auch wird sich die Erdinger Innenstadt - Lange Zeile, Schrannenplatz und Kleiner Platz - an diesen zwei Tagen in einen einzigen großen Biergarten verwandeln. Die Wirte in der Innenstadt werden Tische und Bänke aufstellen, die Erdinger mit Getränken und Gegrilltem und vielem anderen versorgen. Und es wird auch wieder ein großes Programm mit Live-Musik geben.

Auch ein Fahrgeschäft wird am Schrannenplatz aufgestellt, das noch nie in Erding stand: die Montgolfière, ein Fahrgeschäft mit sanfter und dennoch schwungvoller Fahrweise. Mit dem Ballonkarussell kann man in die Höhe fahren. Mit Handrädern können die Fahrgäste die Sitzkörbe drehen und von oben immer wieder eine andere Aussicht genießen. Eine Gondel ist mit Gurten ausgestattet für Fahrgäste mit Behinderungen, die nicht alleine aufrecht sitzen können.

Ein weiterer Höhepunkt mit großer Tradition: Am Freitag, 1.Juli, sind die Erdinger Grundschüler zu Fischers Fröhlichem Tag eingeladen. Das Gründer-Ehepaar der Fischers Stiftung, Katharina und Friedrich Fischer, hatten im Testament verfügt, dass einmal im Jahr alle Grundschüler etwas zu essen und trinken bekommen sollen - und schulfrei.