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Immobilienpreise in Erding:Ungebremster Preisanstieg

Immobilien werden in Erding immer teurer. In der Großen Kreisstadt kostet eine neue Doppelhaushälfte nun schon etwa eine Million Euro. Erstmals sind im IVD-Marktbericht auch Dorfen und Taufkirchen untersucht worden

Von Florian Tempel, Erding

Die Baubranche boomt, aber doch bleibt die Nachfrage größer als das Angebot. In Dorfen ist das kaum anders als in Erding.

(Foto: Renate Schmidt)

Offenbar kann nichts den seit Jahren ungebrochenen Anstieg der Immobilienpreise im Landkreis Erding aufhalten. Es geht weiter nach oben, Pandemie hin oder her. In der neuen Untersuchung des Immobilienverbands Deutschland (IVD) über die Preisentwicklung im Münchner Umland wird Erding mehrmals ganz vorne genannt.

Allein von Herbst 2020 bis Frühjahr dieses Jahres sind die Immobilienpreise in allen Gebäudekategorien um die vier Prozent gestiegen. Im Fünf-Jahre-Vergleich sind nirgendwo sonst Wohnungen teurer geworden. "Mit beachtlichen 78 Prozent" hat die Kreisstadt Erding den "höchsten Kaufpreiszuwachs für gebrauchte Eigentumswohnungen", heißt es im aktuellen IVD-Marktbericht. Blickt man zehn Jahre zurück ist es noch extremer. 2011 kostete ein Quadratmeter Eigentumswohnung in Erding durchschnittlich 1950 Euro. Zuletzt waren es bei einer Wohnung mit "guten Wohnwert" 5350 Euro pro Quadratmeter. Der Preisanstieg binnen zehn Jahren beträgt also 175 Prozent.

Die Verfasser der Studie müssen ihre wesentlichen Beurteilungen nicht immer neu schreiben. Wie schon so oft heißt es auch diesmal: "Aufgrund fehlender Kaufobjekte klettern die Preise in allen Marktsegmenten weiter nach oben." Ein Quadratmeter Baugrund in Erding kostete zuletzt 1420 bis 2250 Euro pro Quadratmeter. Doppelhaushälften sind binnen Jahresfrist um 30 000 bis 60 000 Euro teurer geworden, kosten nun 733 000 bis 907 000 Euro, für eine neue Doppelhaushälfte in guter Lage muss schon mehr als eine Million Euro hingelegt werden. Für bestehende Reihenmittelhäuser wurden Preise von 640 000 bis 753 000 Euro ermittelt, für neue Reihenhäuser waren es 780 000 bis 830 000 Euro. Einfamilienhäuser kosteten zuletzt 873 000 bis etwa 1,3 Millionen Euro.

Zu den Mieten heißt es im IVD-Bericht: "Auch die Situation auf dem Erdinger Mietmarkt ist sehr angespannt - die ungedämpft hohe Nachfrage lässt das Preisniveau auch in Zeiten der Corona- Krise weiter steigen." Im Altbau wird 11,60 bis 14,60 Euro pro Quadratmeter verlangt, bei Wohnung ab dem Baujahr 1950 geht es über die 15 Euro. Bei Erstbezug werden durchschnittliche Mieten je nach Lage von 14,60 bis 17,20 Euro ermittelt. Ein gebrauchtes Reihenmittelhaus in Erding kostet 1500 bis 1800 Euro im Monat, ein neues im Schnitt 1900 bis 2120 Euro. Für eine Doppelhaushälfte mit "einfachem Wohnwert" werden 1720 Euro fällig, bei "gutem Wohnwert" schon fast 2000 Euro.

In der zweimal im Jahr veröffentlichten IVD-Studie wurde im Landkreis Erding bislang nur die Entwicklung der Immobilienkosten in der Kreisstadt betrachtet. Zum ersten Mal sind nun auch die Stadt Dorfen und die 10 000 Einwohner-Gemeinde Taufkirchen mit dabei. Vergleiche zu früheren Zeiten gibt es deshalb noch nicht. Zu Dorfen schreiben die Immobilienexperten: "Seit dem vollzogenen Ausbau der A 94 ist Dorfen noch näher an die Landeshauptstadt gerückt. Die Gemeinde erfreut sich unter anderem bei München-Pendlern einer steigenden Beliebtheit, weswegen die Nachfrage sowie das ehemals vergleichsweise günstige Preisniveau jüngst deutlich angestiegen sind." Wobei die Stadt außer dem Autobahnanschluss weitere Pluspunkte habe: "Neben der guten Verkehrsanbindung verfügt Dorfen über eine ausgezeichnete soziale Infrastruktur." Die Preise in Dorfen: Baugrund kostet zwischen 600 und 1000 Euro pro Quadratmeter. Die Reihenhauspreise variieren von 420 000 Euro für ein einfache, gebrauchtes Reihenmittelhaus bis 690 000 Euro für ein neues mit gutem Wohnwert. Bei Doppelhaushälften sind 60 000 bis 100 000 Euro mehr zu zahlen. Die Quadratmeterpreise bei Eigentumswohnungen beginnen bei 3600 Euro für einfache, ältere Wohnungen und enden bei 5000 Euro für Neubauappartements. Die Mieten beginnen bei acht Euro pro Quadratmeter und erreichten bei Neubauwohnungen im Erstbezug 13 Euro. Reihenhäuser und Doppelhaushälfte kann man von 1100 bis 1650 Euro mieten.

Am günstigsten ist Taufkirchen. "Bei Kauf- und Mietinteressenten punkten kann die Gemeinde unter anderem auch durch ihren landschaftlichen Reiz und eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur", heißt es im IVD-Marktbericht. Grundstücke kosten maximal 600 Euro pro Quadratmeter. Der Quadratmeterpreis von Eigentumswohnungen liegt zwischen 3000 und 4200 Euro. Reihenhäuser und Doppelhaushälfte gibt es durchweg für weniger als 500 000 Euro. Ein Einfamilienhaus mit sehr gutem Wohnwert kostete zuletzt mit 700 000 Euro ein Drittel dessen, was in München für ein vergleichbares Objekt bezahlt wird. Die Mieten liegen zwischen 7,50 und 11 Euro pro Quadratmeter.

© SZ vom 13.07.2021
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