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Immobilienpreise:Erdinger Verhältnisse 

Zu wenige Objekte, teils überteuert

Im aktuellen IVD-Bericht wird durchaus registriert, dass in Erding gebaut wird. Dennoch schreiben die Verfasser der Studie: "Die Fertigstellung der derzeitigen Neubauprojekte in den nächsten Jahren wird höchstens eine leichte Entspannung auf dem Wohnimmobilienmarkt bringen, weitere großzügige Ausweisungen von Bauland werden auch in Zukunft notwendig sein um der großen Nachfrage nach Wohnraum Herr zu werden." Grundsätzlich seien "zu wenige Kaufobjekte am Markt vorhanden" und der Druck so hoch, dass Immobilien in Erding "trotz zum Teil überteuerter Preise Käufer finden".

Ein Quadratmeter Bauland ist binnen sechs Monate schon wieder um 100 Euro teurer geworden. Bei Flächen für Einfamilienhäuser müssen Preise bis zu 1800 Euro gezahlt werden. Baugrundstücke für Geschossbau kosten 1300 bis fast 2000 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zu München ist das billig, denn in der Großstadt ist das Preisniveau doppelt so hoch. Bei den Eigentumswohnungen liegt der ermittelte Quadratmeterpreis für eine Bestandswohnung in guter Wohnlage bei 5100 Euro, ein im Münchner Umland überdurchschnittlicher Wert. In Ebersberg, Freising, Fürstenfeldbruck und Dachau muss man pro Quadratmeter in derselben Kategorie 320 bis 600 Euro weniger zahlen. Nur Starnberg ist mit 6030 Euro im Umland von München noch teurer.

Mit den Immobilienpreisen in der Stadt Erding sieht es so aus: Eine Doppelhaushälfte ist binnen Jahresfrist im Schnitt um etwa 60 000 bis 80 000 Euro teurer geworden. Eine Doppelhaushälfte im Bestand kostet 695 000 bis 845 000 Euro. Neu gebaute Doppelhaushälften in guter Lage in Erding kratzen an der Millionengrenze. Die IVD-Analysten haben ermittelt, dass für eine neue Haushälfte zuletzt schon durchschnittlich 950 000 Euro hingelegt wurden. Für bestehende Reihenmittelhäuser wurden Durchschnittspreise von 595 000 bis 715 000 Euro ermittelt, für neue Reihenhäuser werden, je nach Wohnlage, 730 000 bis 775 000 Euro verlangt. Freistehende Einfamilienhäuser kosten in der Großen Kreisstadt 835 000 bis fast 1,2 Millionen Euro.

Bei den Mieten sieht man ein anderes Bild: Nach einem rasanten Anstieg haben sich die Mietpreise auf hohem Niveau eingependelt. Im Altbau zahlt man in Erding aktuell 11,10 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Erstbezug in einem Neubau in guter Lage verlangten die Vermieter durchschnittlich 15,70 Euro. Ein älteres Reihenhaus kostet je nach Wohnlage 1460 bis 1750 Euro im Monat. Für ein neues Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte sind monatlich 1610 bis 2030 Euro fällig.

© SZ vom 21.07.2020 / flo

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