Süddeutsche Zeitung

Erding:Langwierige Verhandlung für ILS-Erweiterung

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Der Landkreis benötigt für den Neubau der Integrierten Leitstelle Flächen vom Freistaat Bayern.

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Die dringend notwendige Erweiterung der Integrierten Leitstelle (ILS) hängt immer noch beim Punkt Grunderwerb, wie in der jüngsten Kreistagssitzung Matthias Huber, Fachbereichsleiter Liegenschaftsverwaltung am Landratsamt, sagte. Am jetzigen Standort plant der Landkreis die Erweiterung um einen Neubau, da das bisherige Haus zu klein wurde. Die Nutzfläche soll von 520 auf 1800 Quadratmeter wachsen. Der Standort soll deshalb erhalten bleiben, da sich in der Nähe bereits weitere "Blaulichtorganisationen" befinden, wie Huber sagte.

Für die deutlich Erweiterung der ILS würden Grundstücksflächen vom Freistaat Bayern benötigt. Deshalb führe der Landkreis derzeit "sehr intensiv" die notwendigen Grunderwerbsverhandlungen, da unter anderem mit vier unterschiedlichen Stellen innerhalb der Behördenorganisation des Freistaats gesprochen werden müsse. Sobald die Verhandlungen abgeschlossen seien, gehe man am Landratsamt umgehend in die Entwurfsplanung inklusive Kostenschätzung. Huber geht davon aus, dass nach Vorliegen einer Baugenehmigung zügig mit dem Bau begonnen werde.

Die ILS wurde 2009 in Betrieb genommen. Integrierte Leitstellen wurden eingerichtet, um die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst zusammenzuführen. Sowohl Notrufe für die Feuerwehr als auch für den Rettungsdienst sollen so einheitlich unter der Notrufnummer 112 gegenüber der Integrierten Leitstelle abgesetzt und von dieser entsprechend bearbeitet werden. Der Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Erding erstreckt sich auf die Landkreise Erding, Freising und Ebersberg mit einer Fläche von rund 2221 Quadratkilometern.

Die ILS Erding ist die einzige, deren Träger ein Landkreis ist

Betreiber der Integrierten Leitstelle ist der Landkreis Erding. Die ILS Erding ist die einzige, deren Träger ein Landkreis ist und nicht ein Zweckverband, das BRK oder eine Berufsfeuerwehr. Der Bau hat damals drei Millionen Euro gekostet. Die Einsätze gehen an elf Rettungswachen, sechs Rettungswagen-Stellplätze, sechs Notarztstandorte, 198 Feuerwehren und 28 First Responder oder Helfer vor Ort. Pro Jahr gehen 160 000 Notrufe ein, im Schnitt 440 jeden Tag.

Ein Grund der Erweiterung ist, dass jede Leitstelle so ertüchtigt werden muss, dass sie im Falle eines Blackouts eine Nachbarleitstelle komplett mit aufnehmen kann. In Erding wäre es die Leitstelle Landshut. Zudem muss auch die Zahl der Disponentenplätze von sechs auf neun aufgestockt und die ILS besser vor einem technischen Ausfall geschützt werden.

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