Hubert Aiwanger ruft an Wie läuft`s in Erding? 

Man kennt sich, und jetzt haben Hubert Aiwanger (Mitte) und Rainer Mehringer (rechts) auch ihre Handynummern ausgetauscht.

(Foto: Renate Schmidt)

Freie Wähler-Chef Rainer Mehringer thematisiert dritte Startbahn

Es war 9 Uhr, als am Mittwoch bei Rainer Mehringer, dem Erdinger Kreisvorsitzenden der Freien Wähler, das Telefon klingelte. Am anderen Ende: Hubert Aiwanger, Landeschef der Freien Wähler und designierter stellvertretender bayerischer Ministerpräsident. "Wir haben eine Stunde lang geredet", erzählt Mehringer. Es ging um das mit der CSU ausgehandelte, umstrittene Moratorium für die dritte Startbahn. Interesse an dem heiß diskutierten Thema zeigt auch das Fernsehen. Wie Mehringer mitteilt, kommt am Donnerstag ein Team des ZDF zu ihm.

Ein sachliches Gespräch

Viele Wähler und auch nicht wenige FW-Politiker nehmen es Hubert Aiwanger übel, dass statt der von ihm stets geforderten endgültigen Beerdigung der Bahn nur ein fünfjähriges Moratorium herausgekommen ist. In einem Artikel in der Dienstagsausgabe der SZ Erding hatte auch Rainer Mehringer seinem Ärger Luft gemacht und erklärt, er sei sehr unzufrieden mit der Entscheidung. Er werde weiter gegen den Bau kämpfen: "Jedes Mal, wenn mir der Hubert Aiwanger vor die Füße springt, dann reiß' ich das Thema an." Jetzt hat Aiwanger das Gespräch gesucht, "aus freien Stücken", wie Mehringer betont. Aiwanger habe mit ihm über die dritte Startbahn reden wollen. Das Gespräch sei absolut sachlich verlaufen, erklärt Mehringer, schließlich wolle er den designierten stellvertretenden Ministerpräsidenten auch nicht vor den Kopf stoßen.

Keine Austritte bei den Freien Wählern in Erding

In dem einstündigen Telefonat habe er den Eindruck gewonnen, dass Aiwanger "alles tun wird, um weiterhin den Bau der dritten Bahn zu vermeiden". Dass Aiwanger von sich aus beim Kreisverband Erding angerufen habe, ist für Mehringer "eine Auszeichnung". Aiwanger wisse, dass der Landkreis Erding sehr wichtig sei, "bei uns geht's rund". Damit meint der FW-Kreisvorsitzende aber nicht eine Austrittswelle. Stand Mittwoch habe er noch "keinerlei Austrittsgesuche oder Forderungen vorliegen". Da sieht es im Nachbarlandkreis Freising anders aus. Dort verlieren die Freien Wähler ein bekanntes Gesicht: Jürgen Steiner, Sprecher der Bürgerinitiative Hallbergmoos (BIF), hat am Dienstag seinen Austritt erklärt. Als Grund gibt er an, die Wähler seien "grob getäuscht" worden, was die FW-Position zur dritten Startbahn angeht. Die Freien Wähler in Freising verzeichneten Stand Mittwoch vier Austritte. "Wegen eines Einzelthemas" werde er persönlich "nicht aus dem Stuhl rauskippen", so formuliert es Mehringer. Ein Rückzug sei immer der einfachste Weg, "wir werden uns nicht wegducken, sondern weiterkämpfen", kündigt er an. Er werde sicher mit FW-Chef im Gespräch bleiben, auch ein persönliches Treffen würde er sich wünschen. Die Handynummer von Hubert Aiwanger habe er bereits.