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Hospizvereine und Palliativteams:In Erinnerung an Sophie

So soll das Hospiz für Erding und Freising einmal aus der Vogelperspektive aussehen: ein halbrundes Gebäude, das nicht an ein Krankenhaus erinnern soll.

(Foto: Visualisierung: WEP Effinger Architekten)

In Freising wird ein Schulungszentrum für die Begleitung sterbender Menschen gegründet. Davon wird auch das geplante Hospiz in Erding profitieren.

Die Hospizvereine und Palliativteams der Landkreise Erding und Freising haben sich zusammengetan und ein in der Region einzigartiges Projekt aus der Taufe gehoben: die Hospiz- und Palliative Care Schulungen gGmbH, kurz Hopas. Ihr Schulungszentrum mit Sitz in Freising vermittelt Grundlagen für die Versorgung und Begleitung todkranker und sterbender Menschen und richtet sich sowohl an Fachkräfte als auch Privatpersonen. Von der Einrichtung wird auch das gemeinsame Hospiz der beiden Landkreise profitieren, das die HWS-Stiftung des Ehepaars Marianne und Werner Folger am Sternweg in Erding errichtet. Noch läuft die Suche nach einem Generalunternehmer für den Bau, aber einen Namen hat das Haus bereits: Sophienhospiz, benannt nach einem Menschen, der der Stifterfamilie ganz besonders am Herzen liegt.

Der Bauantrag für das Hospiz ist längst genehmigt, die Architektenpläne gezeichnet, nur die Suche nach einem Generalunternehmer zieht sich. Bislang seien fast alle Anbieter ausgebucht. "Wir hoffen immer noch, dass wir es vor Mitte 2020 schaffen", sagt Marianne Folger. Bei der Namensfindung für das Haus war man sich schnell einig: Es sollte eine warmherzige, den Menschen zugewandte Persönlichkeit sein, so Folger - es wurde Sophie, die als junge Frau aus Straubing in den Haushalt von Marianne Folgers Mutter kam und blieb. "Sophie war ein wunderbarer, liebenswürdiger Mensch, immer für andere da. Ich dachte, das passt gut", erklärt Folger.

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Dass sich die Folgers für den Standort Erding entschieden haben, hat in Freising nicht jedem gefallen. Da sei es gut, dass das Hospiz- und Palliative Care Schulungszentrum in der Domstadt seinen Sitz habe, ist Folger überzeugt. Barbara Mallmann, leitende Koordinatorin beim Hospizverein Freising und Initiatorin des neuen Schulungszentrums, freut sich sehr, dass nun Qualifizierungskurse vor Ort mit Kräften aus der Region möglich sind.

Die Versorgung und Begleitung schwerstkranker oder sterbender Menschen und ihrer Angehörigen ist eine außergewöhnliche Herausforderung, selbst für erfahrenes Personal. Künftig werden Fortbildungen für Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen angeboten, das reiche von zwei bis achtstündigen Fortbildungen bis hin zu einem 40-stündigen Palliative-Care-Basiskurs, informiert Barbara Mallmann. Der Basiskurs in Freising werde von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zertifiziert, fügt die leitende Koordinatorin hinzu. Ein Angebot, das für das Personal des künftigen Sophienhospizes sicher auch benötigt werde. Die Schulung richte sich aber auch an Arztpraxen, Apotheken oder Pflegedienste, auch an Angehörige, eben an alle, die mit Schwerstkranken zu tun haben. Darüberhinaus gibt es im Freisinger Schulungszentrum, das bereits im April gestartet ist, auch Qualifizierungskurse als Trauerbegleiter.

Der Bedarf nach Aus- und Weiterbildungen im Bereich von Hospiz und Palliative Care sei in beiden Landkreisen groß, sagt Hopas-Geschäftsführerin Eva Weinberger. Alle Plätze der ersten Schulung, die bereits im Juli stattgefunden hat, waren ausgebucht. Sie freut sich, dass neben den durch Eigenbedarf der verschiedenen Einrichtungen belegten Plätzen auch viele externe Personen zur ersten Schulung nach Freising gekommen sind.

Künftig müssen Hospiz- und Palliativkräfte für Schulungen nicht extra nach Regensburg oder Nürnberg fahren

Das neue Schulungszentrum ist nach Angaben von Marianne Folger durchaus ein "Vorzeigeprojekt" - und vor allem ein Gemeinschaftsunternehmen. Als Gesellschafter fungieren die Vorsitzenden der Hospizvereine Erding und Freising, Marianne Folger und Johannes Schollen, die beiden Geschäftsführer der SAPV-Teams aus Erding und Freising, Monika Vogt und Bruno Geßele, sowie Karl-Heinz Sturm vom Vorstand der Charlotte und Carl-Georg Maier Stiftung aus Fahrenzhausen. Geschäftsführerin ist Eva Weinberger, die fachliche Leitung hat Angelika Eckl vom Hospizverein Erding.

Künftig müssen Hospiz- und Palliativkräfte aus den Landkreisen Erding und Freising für Schulungen und Weiterbildungen nicht extra nach Regensburg oder Nürnberg fahren. "Aus der Region für die Region", das sei der große Vorteil des neuen Schulungszentrums, betont Barbara Mallmann. So werde auch ein Netzwerk aufgebaut, das einen Erfahrungsaustausch sowie die Weitervermittlung von Wissen in der Hospiz- und Palliativarbeit "und einer Haltung" ermögliche.

Die nächste Palliative-Care-Basisschulung der Hospiz- und Palliative Care Schulungen gGmbH findet vom 14. bis 18. Oktober statt. Es sind noch Plätze frei. Weitere Informationen und Anmeldungen unter info@hopas-freising.de oder unter Telefon 08161/5375357

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