Hochwasserschutz:Der Moosgraben macht den Anfang

Hochwasserschutz: Der Moosgraben in Erding Bergham (Archivbild).

Der Moosgraben in Erding Bergham (Archivbild).

(Foto: Renate Schmidt)

Die Ausbaupläne für die Erdinger Gräben kommen voran. Jetzt liegen die Unterlagen für den ersten der vier Abschnitte im Rathaus Erding aus.

Von Regina Bluhme, Erding

Die Stadt Erding will sich wappnen gegen Hochwasser - auch bei den Gräben. Es geht um den Neuhauser, Itzlinger, Wiesen- und Aufhauser Graben, alles Gewässer dritter Ordnung und - anders als bei der Sempt als Gewässer zweiter Ordnung - somit in der Zuständigkeit der Großen Kreisstadt liegend. Für den Abschnitt Moosgraben liegen von sofort an die Planungsunterlagen bis einschließlich 18. März im Rathaus Erding aus.

Anfang Juni 2013 erlebte Erding das schwerste Hochwasser seit Jahrzehnten. Unmittelbar danach begannen die ersten Planungen für den Hochwasserschutz für den Neuhauser, Itzlinger, Wiesen- und Aufhauser Graben. Ziel der Ausbaumaßnahme der vier Erdinger Gräben ist der Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser. In dem Fall: HQ100 plus einem 15-prozentigen Aufschlag wegen des Klimawandels.

Die zunächst vorgesehenen Maßnahmen entlang der Gräben waren ins Stocken geraten. Die Bürgerinitiative (BI) "Naturnaher Hochwasserschutz" hatte lange und laut gegen die geplanten Maßnahmen entlang der vier Erdinger Gräben gekämpft. Zu groß, zu überdimensioniert, lautete die Kritik. Auf Betreiben der Bürgerinitiative präsentierte das Planungsbüro schließlich "optimierte Vorzugsvarianten" für die vier Gräben der Stadt Erding.

Die BI konnte schließlich erreichen, dass die Planer sich nochmals mit Behörden abstimmten und manches eine Nummer kleiner ausfiel. Durch zusätzliche Ableitung, Verschiebungen, den Verzicht auf Rampen oder den Ausbau des Durchlasses bei der S-Bahn konnte die Planung ein wenig abgespeckt werden. So sind drei der vier Dammbauwerke jetzt niedriger als zuvor geplant. Das Bauwerk am Neuhauser Graben wird zum Beispiel jetzt zwei Meter statt 3,3 Meter hoch. In einem Bereich kann näher als gedacht an die B 388 herangerückt werden. Am Wiesengraben konnte die Länge des Damms sogar halbiert werden.

Der erste der vier Planungsschritte liegt jetzt öffentlich im Rathaus aus

Die Bürgerinitiative blieb unzufrieden, aber der Erdinger Stadtrat stimmte in einer Sitzung Mitte 2022 mit großer Mehrheit für die Planung, neun Jahre nach dem verheerenden Juni-Hochwasser.

Dem Ausbau der vier Gräben muss ein Genehmigungsverfahren durch das Landratsamt Erding vorausgehen. Deshalb liegt der erste von vier Planungsschritten zur öffentlichen Einsicht im Rathaus Erding aus, informierte am Donnerstag im Stadtentwicklungsausschuss Christian Famira-Parcsetich. Die Unterlagen könnten auch online heruntergeladen werden.

Die eingereichten Planunterlagen für den Abschnitt Moosgraben liegen bis einschließlich 18. März während der Dienststunden (Montag bis Donnerstag von 8 bis 12.30 Uhr, Donnerstag von 14 bis 17.30 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr) bei der Stadt Erding (Landshuter Straße 1, Zimmer 103) zur Einsicht aus. Während der Zeit der Auslegung sind die Unterlagen zudem im Internet abrufbar unter www.landkreis-erding.de/aktuell/laufende-verwaltungsverfahren.

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