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Hochwasserschutz:Der Juli 2013 hat alles verändert

Starkregen, Schneeschmelze, Wetterphänomene, Klimawandel, Sturzfluten, ansteigendes Grundwasser: Für Hochwasser-Ereignisse kann es viele Gründe geben. Im Landkreis haben die Überschwemmungen im Juli 2013 das Gefahrenbewusstsein geschärft. Seitdem wurden Baustopps verhängt, es wurde neue Ausrüstung gekauft und es ist viel diskutiert worden. Das Thema ist für Kommunalpolitiker und für private Hausbesitzer wichtig. Der Hochwasserschutztag am Samstag in der Stadthalle Erding sollte mit Podiumsdiskussion, Vorträgen und Präsentationen die Bürger für das Thema sensibilisieren, sagte Veranstalter Detlef Garthen. Er zog ein positives Fazit, obwohl wegen des schönen Wetters die Besucherresonanz nicht optimal war. "Der Hochwasserschutztag wird sich in Erding als wichtige Plattform etablieren", sagte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU).

25 Aussteller präsentierten Produkte zum Schutz vor und zur Sanierung nach Überschwemmungen. Zudem informierten Banken und Versicherungsbüros über Elementarschadensversicherungen. Am Alois-Schießl-Platz konnten Spezialfahrzeuge der Feuerwehren und neue Hochleistungspumpen, Schläuche und mobile Sandsack-Füllanlagen und das mobile Schutzelemente-Testcenter des Hochwasserkompetenz-Zentrums besichtigt werden. Feuerwehr-Experten wie Manfred Kolbe und Robert Pöppler und Herbert Hönig vom THW-Ortsverband Markt Schwaben standen Rede und Antwort: "Wir sind besser ausgestattet und für Hochwasser gut gewappnet", sagte Hönig.

Vor allem aber ging es um Prävention. Der Österreicher Arno Mitterdorfer präsentierte Aluminium-Schutzelemente für Fenster und Türen und der Schweizer Ruedi Jungen seine in Kanada entwickelten Wasserzäune und Watergate-Wassersperren als Alternative zu Sandsäcken. Franz Leitmeier erläuterte die Bedeutung spezieller Pflastersteine beim Wasserabfluss. Präsentiert wurden Alarmanlagen, die Hochwasser registrieren, und automatisch schließende wasserdichte Schutzfenster und Garagen. Informationen gab es auch zur Sanierung von Wasserschäden und zu Farben und Lacken. Am Stand des Wasserwirtschaftsamtes München informierten Christian Leeb und sein Team: "Extreme Wetterereignisse nehmen zu, grundsätzlich ist jedes Gebäude in Bayern gefährdet", sagte Leeb. Die Kommunen im Landkreis seien bei der Entwicklung von Schutzkonzepten "sehr fleißig". Gotz sagte, es müssten nun "Planungskräfte entfaltet werden", um Baurecht für Hochwasserschutzmaßnahmen zu schaffen. "Das darf nicht 20 Jahre dauern." mitt

© SZ vom 09.04.2018
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