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"Hier fühle ich mich: nie alleine und ernstgenommen" Zusammen leben, zusammen feiern

Die Lebenshilfe Erding startet mit einem Tag der offenen Tür ins Jubiläumsjahr. 1997 wurde das Edeltraud Huber Haus für erwachsene Menschen mit Behinderung eröffnet, seit zehn Jahre wird ambulant betreutes Wohnen angeboten
Von Wilken Hustert , Erding

"Nah dran - Mittendrin - Dabei" lautet das Motto der Lebenshilfe Erding. 1971 als Elternvereinigung gegründet, sind die Mitarbeiter Begleiter und Berater für Menschen mit Behinderung und deren Familien. Der Verein Lebenshilfe Erding ist auch Gesellschafter der Werkstatt für behinderte Menschen aus Erding und Freising. 1997 bezogen die ersten Bewohner ihre Zimmer im heutigen Edeltraud-Huber-Haus, zehn Jahre später folgte die Lebenshilfe Erding den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung und startete das Projekt "Ambulant Betreutes Wohnen" (ABW) in Erding. Diese Jubiläen feierte man am Samstag mit einen Tag der offenen Tür in ihrem Wohnheim in der Freisinger Straße.

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Seit Donnerstag liefen die Vorbereitungen dafür - gemeinsam von Bewohnern und ihren Betreuern wurde unter anderem ein Zelt aufgebaut und mehrere Stände mit verschiedenen Angeboten aufgestellt. Die Besucher erwartete ein volles Programm. Unter anderem eine Theateraufführung. Das Stück wurde von den Bewohnern des Wohnheims mitgeschrieben und gespielt. Dabei seien während der Arbeiten zu dem Theaterstück "die besten Vorschläge zur Inszenierung von den Bewohnern gekommen", sagte Randolf Gänger, zweiter Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins. Sie hätten ebenfalls bei dem Aufbau des Stücks, der Gestaltung der Bühnenbilder und der Auswahl der Kostüme mitgewirkt. Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es außerdem einen Schnupperkurs in Bauchtanzen, ein Tanzauftritt des Tanzstudio Faiß und eine Aktion des Künstlers Harry Seeholzer der, mit einer Kettensäge ausgestattet, ein Kunstwerk aus einem Holzstamm erschuf.

Nach vielen Abenteuern, die Martin und ein von ihm gerufener Flaschengeist in der Welt erlebten, war das Fazit, dass die Lebenshilfe Erding doch der beste Ort zum Leben sei.

(Foto: Renate Schmidt)

In dem Theaterstück erlebten ein bayrischer Bauer namens Martin und ein von ihm gerufener Flaschengeist unterschiedliche Abenteuer am Südpol, im Urwald und im Meer. Während ihrer Reise begegneten den ihnen Pinguine, kannibalistische Affen, hungrige Haie und freundlichen Piraten. Die zentrale Botschaft der lustigen Darbietung offenbarte sich zu ihrem Ende: Der idealste und passendste Ort für Menschen mit Behinderungen sei die Lebenshilfe Erding. Das sei der Ort, den Martin gesucht habe, ein Ort in dem er sich wohl und willkommen fühle, lautete das Fazit. Zum Schluss der halbstündigen Aufführung bedankten sich die Schauspieler unter lauten Beifall bei dem Publikum und erzählten wer sie seien, wie lange sie in der Lebenshilfe gewohnt hätten und was ihre Hobbys seien.

Auf dem Gelände des Wohnheims instruierten mehrere Infostände über die Arbeit der Lebenshilfe, ihr Angebot für Menschen mit Behinderungen und das betreuten Wohnen in ihren Einrichtungen. Ein Schminkstand bot den Besuchern das Bemalen ihrer Gesichter an, ein anderer das Bemalen von Blumentöpfen. Für das leibliche Wohl sorgten ein Popcornstand, eine Speisetheke mit Kaffee und Kuchen, Bier und Leberkässemmeln, und einen Bar auf der Dachterrasse des Wohnheims. Ferner konnten die Räumlichkeiten des Wohnheims besichtigt werden. Einige der Bewohner hatte dafür ihre Zimmertüren geöffnet, um einen Einblick in ihren persönlichen Lebensbereich zu gewähren.

Neben Informationsständen gab es auch viel zum Mitmachen, zum Beispiel das Bemalen von Blumentöpfen.

(Foto: Renate Schmidt)
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Die Feierlichkeiten sind noch nicht zu Ende: Im Sommer veranstaltet die Lebenshilfe ein großes Jubiläumsfest für alle Bewohner und deren Familien, alle Mitarbeiter sowie Freunde und Unterstützer der Lebenshilfe. Zum Abschluss des Festjahres gibt es vom 29. September bis zum 1. Oktober eine Fotoausstellung im Erdinger Frauenkircherl mit Portraitfotos.

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