Es ist eine schöne Tradition des Herbstfestes in Erding, dass die Stadt alljährlich eine Sammleredition des Festkrugs herstellen lässt. Diese sind jeweils mit besonderen Motiven geschmückt. Angefangen hat es mit Motiven von Erdinger Malern wie Franz-Xaver Stahl, Benno Hauber oder Hiasl Mair. Der Volksfestbrauch schlief in den Nullerjahren vorübergehend ein, als sich der Festausschuss nicht mehr darum kümmerte. Doch als Max Gotz zum Oberbürgermeister gewählt wurde, ließ er den Brauch wieder aufleben.
Erding sei eine Bierstadt, sagt Gotz. Und ein Sammler-Bierkrug gehöre zum Herbstfest einfach dazu. Als Motiv wurde heuer die Schützenscheibe der Königlich privilegierten Feuerschützen Erding gewählt. Der älteste Verein Erdings hat heuer 600-jähriges Bestehen gefeiert und daher wurde dem Verein nun die Ehre zuteil, als Motiv für das Sammlerstück zu dienen.
Zur Präsentation des neuen Krugs hatte Gotz die beiden Schützenmeister des Vereins, Andreas Mayr und Alois Gabauer, eingeladen sowie Renate Kaiser, die die Schützenscheibe gemalt hatte. Die Künstlerin hat bereits mehr als 40 Schützenscheiben bemalt und gilt im Landkreis als erste Adresse für diese Arbeiten. Das Motiv sei etwas ganz Besonderes, findet der OB, denn üblicherweise würden Gebäudemotive der Stadt wie Kirchtürme auf den Krügen abgebildet. Es gebe längst eine Reihe von Sammlern, die alljährlich diese Krüge kaufen würden. Die Auflage betrage im Allgemeinen 200 Stück, aber heuer habe man auf 250 erhöht, weil man davon ausgeht, dass auch Mitglieder der Feuerschützen ein Exemplar erwerben wollen.
Der Krug wird unter anderem in der Erdinger Touristeninfo verkauft zum Preis von 17,50 Euro. Damit deckt man dem Rathauschef zufolge gerade die Selbstkosten. Der Krug sei auch eine „touristische Botschaft“, so Gotz, „eine kleine Besonderheit unserer Stadt“, die man weitertragen könne. Zum 800-jährigen Bestehen der Stadt Erding, das 2028 gefeiert wird, soll es auch Halbliterkrüge mit dem Herbstfestmotiv geben.

Unter dem Eindruck des jüngsten Terroranschlags auf den CSD in Berlin sagte der Oberbürgermeister, die Stadt werde ihre Sicherheitsvorkehrungen für das Herbstfest nicht noch weiter verschärfen. Der Aufwand sei bereits sehr hoch. Wenn man noch höhere Anforderungen stelle, werde man eines Tages gar kein Fest mehr feiern können.

