Herbstfest Erding:Alles ein bisschen anders, alles ein bisschen ruhiger

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Herbstfest Erding: Nach zwei corona-bedingten Absagen fand jetzt das 80. Erdinger Herbstfest statt. Mit weniger Besuchern als man gehofft hat. Richtig unzufrieden ist deshalb aber keiner.

Nach zwei corona-bedingten Absagen fand jetzt das 80. Erdinger Herbstfest statt. Mit weniger Besuchern als man gehofft hat. Richtig unzufrieden ist deshalb aber keiner.

(Foto: Stephan Görlich)

Zehn Tage hat das 80. Erdinger Herbstfest gedauert. Das erste seit Beginn der Corona-Pandemie 2019. Die Bilanz, welche die Stadt, die Schausteller, der Erdinger Weißbräu und die Polizei ziehen, ist überwiegend positiv.

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Zehn Tage hat das 80. Erdinger Herbstfest gedauert. Das erste seit Beginn der Corona-Pandemie 2019. Die Bilanz, die die Stadt, die Schausteller, der Erdinger Weißbräu und die Polizei ziehen, ist überwiegend positiv. Sogar der Rückgang bei den Besuchern habe eine gute Seite gehabt, wie Erdings Oberbürgermeister Max Gotz sagt. Dass es deutlich weniger Besucher waren als in den früheren Jahren, könne man aber nicht beschönigen. Das habe allerdings zu einer gewissen Entspannung beigetragen. Unter anderem habe es heuer deutlich weniger Probleme in der Innenstadt gegeben, weil weniger Festgäste danach in die Innenstadt zum Weiterfeiern gezogen seien.

Ein paar Probleme habe es nur rund um die Fahrgeschäfte gegeben aufgrund kurzfristiger Absagen. Nächstes Jahr soll wieder mehr auf die Balance geachtet werden. Heuer habe ein Fahrgeschäft für 12- bis 14-Jährige gefehlt, sagt der OB. Neue Dinge, wie die Lasershow am letzten Tag und die zusätzlichen Toilettenanlagen haben sich laut Gotz sehr bewährt.

Das Geschäft hat sich verändert

"Das Geschäft hat sich verändert gegenüber der Zeit vor Corona. Wir waren im Großen und Ganzen aber zufrieden", sagt Schaustellersprecherin Gabi Rilke. An manchen Nachmittagen sei es sehr langsam angelaufen, wie am ersten Wochenende. Aber gegen Abend seien dann die Menschen gekommen. "Es waren teilweise Unmengen von Menschen da, vor allem am Kindertag", sagt Rilke. "Donnerstag war ein bombastischer Tag." Am ersten Samstagnachmittag haben sich die Schausteller noch gedacht, "was ist den jetzt los?", sagt Gabi Rilke, weil so wenig Besucher da waren. "Ich glaube, wir müssen alle unser Denken ein bisschen umstellen. Die Feste verändern sich. Und vielleicht auch der Zulauf der Kundschaft, dass sie zu anderen Zeiten kommt. Ich weiß es nicht, wie das Ganze sich entwickeln wird, da muss man sich überraschen lassen. Das ganze Jahr war nicht, wie man es früher gewohnt war."

Das sei nicht nur in Erding der Fall gewesen, sondern auch auf anderen Plätzen. "Die ganze Art, wann die Leute kommen und wie sie Geld ausgeben war anders", sagt die Schaustellersprecherin. Von größeren Problem hätten ihr Kollegen ihr nichts berichtet, nur die Geschäfte um das "Heigl Bierkarussell" haben sich laut Rilke darüber beschwert, dass deren Besucher den Zugang zu ihnen zugestellt, beziehungsweise ihre Geschäfte als "Zusatz-Bartheke" benutzt hätten.

Weitgehend ruhig und friedlich

Wolfgang Kuffner, Gesamtleiter Marketing beim Weißbräu, lobt neben der allgemeinen guten Stimmung den gelungenen Einstand des neuen Festwirtes Patrick Schmidt. Positiv sei auch die erste aus rein regionalen Zutaten gebrauten Festweiße angekommen. Wie viel Bier auf dem Herbstfest getrunken wurde, konnte der Weißbräu am Montag noch nicht sagen.

Das Herbstfest ist aus polizeilicher Sicht "weitestgehend ruhig und friedlich" verlaufen. Im Vergleich zu den Herbstfesten vergangener Jahre seien deutlich weniger Straftaten verübt worden, schreibt Harald Pataschitsch, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Erding. Nach derzeitigem Erkenntnisstand lautet die Bilanz der Polizei: fünf Körperverletzungen, drei gefährliche Körperverletzungen, drei Mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und tätliche Angriffe auf Polizeibeamte und zehn Verstöße gegen Bestimmungen des Jugendschutzes. Positiv, so Pataschitsch, sei auch, dass heuer weniger Verstößen wegen Alkohol im Straßenverkehr hätten festgestellt und geahndet werden müssen.

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