Hallbergmoos Ziemlich überfordert

Gemeinden äußern sich zu Einleitung radioaktiver Abwässer

Die Technische Universität möchte eine Genehmigung dafür, weitere 30 Jahre lang schwach radioaktive Abwässer in die Isar zu leiten. Seit 1999 besteht diese Genehmigung, der Abfall fällt unter anderem im Forschungsreaktor FRM II und in der Radiochemie am Garchinger Campus an. Dazu gibt es ein eigenes Einleitungsrohr in die Isar, vor allem weil sich Garching seinerzeit weigerte, das radioaktive Abwasser in der eigenen Kläranlage zu entsorgen.

Von offizieller Seite her gibt es keine Einwände dagegen, künftig sogar noch etwas mehr radioaktive Abwässer einzuleiten. Die Gemeinden Eching und Hallbergmoos als Anlieger an der Isar sind dazu aufgerufen, eine Stellungnahme abzugeben, allerdings war man nicht nur in Hallbergmoos einigermaßen überfordert damit. "Auch das beigefügte Gutachten sagt, dass diese Einleitung unbedenklich ist", sagte Bürgermeister Harald Reents (CSU), freilich sei niemand in der Lage, das nachzuprüfen. Er habe deshalb in der Nordallianz nachgefragt, "dort gibt es höchst unterschiedliche Meinungen dazu. Aber alle sagen, das ist fachlich eine andere Baustelle". Dennoch stimme man überein, nur für eine über zehn Jahr laufende Erlaubnis zu plädieren.

Der Hallbergmooser Grünen-Gemeinderat Robert Wäger sah die Sache kritischer. "Es wird mit Radioaktivität aus waffenfähigen Stoffen gearbeitet, das ist nicht kontrollierbar." Er kritisierte, dass es keine Angaben dazu gebe, was genau in den Fluss geleitet werde. "Wenn es so ungefährlich wäre, könnte man das doch einfach auf den Grundstücken entsorgen", so Wäger. Marco Mey, CSU-Fraktionsvorsitzender, konterte: "Nur 0,33 Prozent der Radioaktivität in der Isar stammen aus dem Forschungsreaktor. Der Rest kommt aus dem Kernkraftwerk Ohu und von Kläranlagen." Mey kritisierte die Grünen, die reflexartig dagegen seien, wann immer es um Radioaktivität gehe. Heinrich Lemer (Freie Wähler) betonte, er habe ideologische Debatten erwartet. Er regte an, ein Gutachten in Auftrag zu geben, was jedoch sonst niemand wollte. Letztlich stimmte die Mehrheit für eine Genehmigung, über zehn Jahre.