Gymnasium Dorfen Hinein in die digitale Welt

Alles ist künftig digital? Von wegen. Beim Herbstfest am Gymnasium Dorfen vor wenigen Wochen amüsierten sich die Kinder ganz analog auf dem Rennparcours für Kettcars und Bobbycars.

(Foto: Renate Schmidt)

An der Schule wird mit immer mehr elektronischen Medien gearbeitet. Arbeitskreise untersuchen, ob Tablets im Unterricht als Hauptwerkzeug eingesetzt werden sollen

Von Marianne Westenthanner, Dorfen

Das Stichwort Digitalisierung ist seit Jahren in aller Munde, und vor den Schulen im Landkreis macht die Entwicklung nicht Halt. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium und die Realschule Oberding tragen seit Ende 2017 die Auszeichnung "Digitale Schule". Jetzt wird auch am Gymnasium Dorfen die Digitalisierung vorangetrieben. Computerräume wurden neu ausgestattet, die Klassenzimmer bekamen interaktive Whiteboards. Nun sollen weitere Entwicklungen folgen, ein Pilotprojekt zu einer digitalen Klasse ist in Arbeit.

Zurzeit wird an der Schule daran gearbeitet, das Gebäude flächendeckend mit WLAN auszustatten. Seit Jahren sind die Klassenzimmer des Gymnasiums nicht mehr mit herkömmlichen Tafeln, sondern mit modernen interaktiven Whiteboards inklusive Beamer und Dokumentenscanner ausgestattet. Die Reaktionen darauf sind laut der stellvertretenden Schulleiterin Christina Christiano durchwegs positiv: "Die Whiteboards werden vom Kollegium sehr gut angenommen und, wie wir aus Rückmeldungen wissen, auch von den Schülern sehr geschätzt."

In den nächsten Jahren steht womöglich eine weitere Digitalisierung des Unterrichts an. "Zur Zeit wird untersucht, ob eine digitale Klasse, in der die Schüler zum Beispiel mit Tablets als Hauptwerkzeug im Unterricht arbeiten, von verschiedenen Seiten wie Schülern, Eltern und Kollegium gewünscht wird und wie eine solche Klasse konkret zu organisieren wäre", sagt Christiano. Dazu würden derzeit Arbeitskreise innerhalb des Lehrerkollegiums sowie in Zusammenarbeit mit den Eltern gebildet. Ob man diese Pläne letztendlich tatsächlich so umsetze, hänge allerdings stark von den Ergebnissen dieser ersten Probierphase ab.

Die Digitalisierung an der Schule ist ein Thema, das Christiano für unverzichtbar erachtet: "Informations- und Kommunikationstechnologien sind heute sowohl im beruflichen Alltag als auch im Privatleben nicht mehr wegzudenken." Aus der großen Menge von Daten, die überall gesammelt würden, entstehe ein Spannungsfeld zwischen Chancen und Risiken, gerade für die Jugendlichen. "Wir als Schule stellen uns gerne diesem Spannungsfeld und versuchen, unsere Schüler optimal vorzubereiten, um in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts bestehen zu können", erklärt sie.

Zudem biete der Gebrauch digitaler Geräte im Unterricht Vorteile beim Lernen: "Die Schüler arbeiten verstärkt mit ihren eigenen Geräten, sowohl zu Hause als auch im Unterricht in der Schule. Dabei werden Lernvorgänge durch multimediale Informationsdarstellung unterstützt." Trotzdem solle der traditionelle Unterricht nicht vernachlässigt werden. "Für uns stellt die Digitalisierung eine Ergänzung zu Buch und Heft dar, auf keinen Fall einen Ersatz", stellt Christiano klar, die selbst Latein und katholische Religion unterrichtet.

Dennoch sollen Teile der Verwaltung und des Schullebens künftig digital abgewickelt werden, erste Bestandteile davon sind bereits umgesetzt. So gebe es ein elektronisches Informationssystem, das den Vertretungsplan, aber auch andere wichtige Informationen etwa zu Konzerten und Festen anzeige und das die Schüler über die passende App auch von zu Hause aus aufrufen könnten. Auch die Lehrer- und Schulgemeinschaft agiere mittlerweile hauptsächlich in elektronischer Form, bei Krankmeldungen, Rundschreiben für die Eltern und der Verwaltung der Schulnoten.

Finanziert wird die Entwicklung an der Dorfener Schule in erster Linie vom Landkreis Erding, der die Schulen als Sachaufwandsträger ausstattet. Dafür zeigte sich Christiano dankbar: "Das betrifft die Whiteboards in allen Klassenzimmern, aber auch die insgesamt hervorragende Ausstattung der neuen Computerräume." Auch die Ausstattung mit Access Points für schulweiten WLAN-Empfang werde in Kooperation mit dem Landkreis durchgeführt. Im Lehrerzimmer stünden mit Desktop-PCs und WLAN hervorragende digitale Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung.