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Griechische Gemeinde:Christus auf den Schultern

Bei der Prozession wird der Altar feierlich durch die Straßen des Ortes getragen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Erstmals feiern die orthodoxen Christen in Taufkirchen Karfreitag mit einer Prozession und einem Gottesdienst

Für alle orthodoxen Christen weltweit ist erst Freitag, 26. April, Karfreitag. Zum ersten Mal wird heuer dieses traditionelle Fest in Taufkirchen begangen, wie Apostolos Malamoussis, Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und Bischöflicher Beauftragter für die staatlichen Belange im Freistaat Bayern, mitteilt.

Zu dem zweitägigen Fest - dem orthodoxen Karfreitags- und Ostergottesdienst - sind alle Taufkirchener sowie alle orthodoxen und nicht orthodoxen Gläubigen eingeladen.

Es ist eine lange Tradition, dass am Karfreitagabend die Gläubigen in den orthodoxen Kirchen zusammenkommen, um Christus Kreuzigung, Tod und Grablegung zu beweinen. In der Kirche steht dabei ein von den Frauen und Mädchen des Ortes mit Blumen geschmückter Altar, auf dem eine auf Seide gestickte oder gemalte Darstellung der Grablegung Christi liegt. Im Rahmen des Karfreitagsgottesdienst, der am Freitag, 26. April, um 18 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche Pauli Bekehrung beginnt, findet eine Prozession von der Kirche in Richtung Rathausplatz über das Wasserschloss und wieder zurück zur Kirche statt, bei der der Altar feierlich durch die Straßen des Ortes getragen wird. Dies soll verdeutlichen, dass Christus für alle Menschen gestorben sei, und damit das Leid der Menschen mit trage, er aber trotz seines Todes als Mensch im Ort weiter wirke und den Menschen nahe geblieben sei.

Apostolos Malamoussis dankt insbesondere Pater Pawel Kruczek und Pater Dominik Sobolewski von der katholischen und Pfarrer Edson Schumacher von der evangelischen Kirche für ihre Gastfreundschaft und langjährige ökumenische Verbundenheit.

Im Zuge der Prozession gibt es mehrere Stationen, an denen ein Gebet gesprochen wird. Die Prozession wird angeführt von Erzpriester Apostolos Malamoussis und dem Priester- Ökonom Plutarchos Kostantinidis.

Die erste Station der Prozession ist um 18.30 Uhr am Rathausplatz, wo ein kurzes Bittgebet für die Stadt gesprochen wird. Ein griechischer Frauenchor begleitet das Gebet mit traditionell kirchlichen Beweinungs-Liedern. Nach dem Bittgebet werden Vertreter von Kirche, Staat und Stadt kurze Grußworte sprechen, wie Erzpriester Malamoussis mitteilt. Bürgermeister Franz Hofstetter sowie Pater Dominik Sobolewski, in Vertretung der katholischen Kirche, werden teilnehmen und Grußworte sprechen. Auch Landrat Martin Bayerstorfer habe man zur Feier eingeladen. Anschließend führt die Prozession zum Wasserschloss, wo eine kurze Station mit Gebeten und Hymnen stattfinden wird.

Danach kehrt die Prozession zur Kirche zurück. Beim Betreten der Kirche wird der geschmückte Altar am Eingang hochgehalten, sodass alle Menschen darunter hindurch in die Kirche gehen. Dies soll erneut daran erinnern, dass alle Gläubigen durch ihre eigene Taufe Anteil nehmen am Tod und an der Auferstehung Jesu Christi.

Samstag, 27. April, um 20 Uhr feiert die griechisch-orthodoxe Gemeinde den Ostergottesdienst in der Evangelischen Johanniskirche in Olaf-Gulbransson-Straße.