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Golfclub Erding-Grünbach:300 Meter Abstand müssten reichen

Die Anlage des Golfclub Erding-Grünbach ist nach Clubmanager Max Schwaiger gut auf die Wiedereröffnung nach dem Lockdown vorbereitet.

(Foto: Renate Schmidt)

Im SZ-Gespräch erklärt Manager Max Schwaiger sein "perfektes Hygienekonzept"

Interview von Diana Mammana, Erding

Einige Golfer sind schon immer der Überzeugung gewesen, dass ihre Sportart zu Unrecht von den harten Einschränkungen betroffen gewesen ist. Wer mit seinem Partner auf eine Runde geht, trifft im Normalfall keinen anderen Menschen. Trotzdem, auch Golf war verboten. An diesem Montag, 8. März, könnte es wieder losgehen. Clubmanager Max Schwaiger vom Golfclub Erding-Grünbach steht in den Startlöchern.

SZ: Herr Schwaiger, Sport unter freiem Himmel ist von Montag an wieder erlaubt. Sind Sie vorbereitet?

Max Schwaiger: Wir sind froh, dass wir wieder öffnen können. Unsere Saison startet stets im März. Da sind wir sehr dankbar, dass wir in der Öffnungsstrategie berücksichtig wurden. Und es ist ja auch gewollt, sich an der frischen Luft zu bewegen. In der Natur zu sein tut gut. Ich sehe beim Golfen keine Ansteckungsgefahr.

Ein Golfplatz ist ein weitläufiges Gebiet. Da kann man sicher sehr gut Abstand halten?

So ein perfektes Hygienekonzept wie beim Golfen gibt es wohl kaum woanders. Es wird mit circa 300 Metern Abstand im Freien gespielt. Das Hygienekonzept ergibt sich sozusagen aus der Sportart, das Golfen entspricht den Hygieneregeln so oder so. Das Clubhaus kann man schließen, das Restaurant auch, das ist alles kein Problem. Es gibt eine Startzeit Buchung, damit ist jeder, der sich auf der Anlage bewegt, von uns registriert. Wir wissen genau, wer sich wie lange auf dem Platz aufhält und wann er abschlägt.

Sicher wollen jetzt alle sofort wieder auf den Platz und spielen. Wie gehen Sie da vor?

Jeder soll die Möglichkeit haben zu spielen. Wir geben Buchungen immer für drei Tage im voraus frei. Wer zuerst bucht, bekommt eine Startzeit. Das ist jetzt erst einmal die Vorgehensweise. Wir haben natürlich immer die Möglichkeit zu sagen, dass jeder nur drei bis vier Mal die Woche spielen darf, sodass jedes Mitglied auf den Platz kommt. Der Platz wird in den nächsten Wochen sicher ausgebucht sein, auch wenn das Wetter nicht ideal sein sollte.

Das klingt nach einem gut geplanten Saisonstart. Finden Sie die schrittweise Öffnungsstrategie angemessen?

Wenn der Einzelhandel und Buchläden wieder öffnen dürfen, dann wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, die Golfplätze geschlossen zu halten. In den Geschäften ist man viel enger in geschlossenen Räumen. Beim Golfen gibt es keinerlei Körperkontakt. Wenn wir wieder schließen sollen, dann machen wir das. Wir haben vollstes Verständnis für die Maßnahmen, das möchte ich auch noch einmal betonen. Wir wollen natürlich, dass die Inzidenzwerte nach unten gehen und längerfristig mehr Normalität einkehrt. Wir sind froh jetzt endlich zeigen zu können, dass man beim Golfsport die Regeln super einhalten kann. Uns ist aber auch bewusst, dass die Regeln von allen beachtet werden müssen, sonst sind wir schneller wieder im Bereich der Schließung, als wir denken können.

Gab es Leute, die sich auf das Gelände geschlichen haben, als es eigentlich noch verboten war? Der Platz ist ja frei zugänglich.

Die Anlage war seit 1. Dezember zu, und das Wetter war schlecht. Wir hatten Schnee auf der Anlage, im Winter ist der Spielbetrieb sowieso eingeschränkt, da waren unsere Mitglieder drauf eingestellt. Es gab niemanden, der heimlich auf dem Platz war. Aber klar, es gab Spaziergänger und Jogger die auf dem Gelände unterwegs waren. Und als so viel Schnee lag, wurde das Gelände zum Schlittenfahren genutzt.

© SZ vom 06.03.2021
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