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Gewerbesteuer in Erding:Appell an Kommunen

IHK fordert Augenmaß bei den Gewerbesteuer­hebesätzen

Die boomende Wirtschaft sorgte 2018 für mehr Gewerbesteuereinnahmen in den Kommunen des Landkreises Erding, wie die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) mitteilt. Das Aufkommen sei gegenüber dem Vorjahr um fast vier Prozent auf 106,6 Millionen Euro gestiegen, vor Abzug der Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder. An den Hebesätzen haben die Gemeinden im vergangenen Jahr nicht geschraubt, der Durchschnitts-Hebesatz bleibt somit unverändert bei 347 Prozent.

"Mit nachlassender Konjunktur wird die Belastung der Betriebe durch die Gewerbesteuer steigen. Deswegen ist mehr denn je das Augenmaß der Kommunen bei den Hebesätzen gefordert", ist Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising, überzeugt. Die den Gemeinden verbliebenen Gewerbesteueranteile standen 2018 für 40,5 Prozent aller kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis. 2017 waren es 42 Prozent.

Der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis liege immer noch sowohl über dem oberbayerischen (334 Prozent) und dem bayerischen (339 Prozent), aber noch deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt (363 Prozent). Kritisch sieht der IHK-Vizepräsident, dass mit der Gewerbesteuer nicht nur erzielte Gewinne versteuert werden, sondern auch die Substanz der Betriebe. Grund dafür seien steuerrechtlich verankerte Hinzurechnungen für anfallende Betriebskosten wie Zinsen, Mieten oder Leasingraten.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz bleibt weiter Kirchberg mit 450 Prozent. Am niedrigsten ist der Hebesatz mit 300 Prozent in Oberding. Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben. Die IHK-Broschüre "Gewerbesteuer in Oberbayern" mit allen oberbayerischen Hebesätzen für 2018 ist im Internet unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.