bedeckt München 18°
vgwortpixel

Gewerbegebiet in Taufkirchen:Spedition Fürmetz kann bald umziehen

Spedition Fuermetz

Anton Fürmetz junior (rechts) und sein Vater Anton Fürmetz senior vor einem LKW des Unternehmens in Taufkirchen.

(Foto: Stephan Goerlich)

Taufkirchen erschließt ein neues Gewerbegebiet für den drittgrößten Arbeitgeber der Gemeinde. In dem Gebiet will sich die Spedition Fürmetz ansiedeln.

Am neuen Gewerbegebiet südlich des Taufkirchener Friedhofs und westlich der B 15 gehen die Erschließungsarbeiten in Kürze los: Im Oktober soll die Baustraße fertiggestellt sein, bis Juli 2020 sollen die Wasserleitungen und der Kanal abgeschlossen werden. In dem Gebiet will sich die Spedition Fürmetz ansiedeln, die an ihrem bisherigen Standort in Kirchlern nicht mehr erweitern kann. Die Fahrzeugflotte der Spedition ist innerhalb von zehn Jahren von 28 auf 194 gewachsen. Sie ist die größte im Landkreis Erding und wurde im Juli dieses Jahres vom bayerischen Wirtschaftsministerium zu den "Best 50 Bayerns" gekürt; also zu den besten Inhaber geführten Unternehmen im Freistaat.

Bei einem Pressegespräch erläuterte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU), die Vergabe der Erschließungsarbeiten sei in nichtöffentlicher Sitzung an die Firma Schulze erfolgt. Der Auftragswert belaufe sich auf 1,4 Millionen Euro, die Gesamtkosten bezifferte er auf 2,1 Millionen Euro. An der B 15 soll eine Abbiegespur gebaut werden, zudem ist auf Höhe der Einmündung eine Bedarfsampel geplant. Die Nutzfläche des Gewerbegebiets beläuft sich auf etwa 40 000 Quadratmeter, die Nettofläche ohne Lärmschutzwall und Eingründung beträgt nach Angaben Hofstetters 37 000 Quadratmeter.

Wirtschaft in Bayern Wirtsehepaar Rötzer verlässt die Post
Traditionsgaststätte in Erding schließt

Wirtsehepaar Rötzer verlässt die Post

Bernhard Rötzer wird den Gasthof zur Post in Erdings Stadtmitte nur noch bis Ende März leiten. Die Traditionsgaststätte soll aber als bayerisches Wirtshaus weitergeführt werden.   Von Antonia Steiger

Insgesamt gibt es in Taufkirchen 3414 Arbeitsplätze, die Spedition Fürmetz ist nach der Firma Himolla und dem kbo-Klinikum der drittgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde; 205 Lkw-Fahrer sind für die Spedition unterwegs.

Bürgermeister Hofstetter sagte, er sei sehr froh darüber, dass man mit diesem neuen Gewerbegebiet nun beginnen könne: "Wir haben ein paar Jahre daran gearbeitet." Er hoffe, dass damit viele Arbeitsplätze in Taufkirchen gesichert sind. Das sei nicht nur aus wirtschaftlichen Grünen wichtig, sondern auch aus ökologischen, "wenn nicht alle nach München auspendeln müssen".

Die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets vollzog sich nicht völlig reibungslos. In den benachbarten kleinen Ortsteilen befürchtet man mehr Schwerverkehr. In Bürgerversammlungen verlangten Anwohner einen Sicht- und Lärmschutz, der nicht nur die Mindestanforderungen erfülle. Bürgermeister Hofstetter sagte daher zu, den Immissionsschutz sehr ernst zu nehmen. Die Gemeinde werde nicht nur den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Er machte jedoch auch deutlich, dass er die Firma unbedingt in Taufkirchen halten wolle.

Bis zur endgültigen Umsiedlung werden wohl ein paar Jahre vergehen

Die Spedition Fürmetz ist sehr stark gewachsen, seit Juniorchef Anton Fürmetz das Unternehmen übernommen hat. Der Grund dafür seien gestiegene Anfragen der Kunden gewesen. Der Hauptanteil der rund 500 Kunden kommt aus der Baubranche. Dort hat es in den vergangenen Jahren viele Übernahmen gegeben und die Nachfrage nach Transporten sei dadurch gestiegen. Der Speditionsmarkt ist jedoch umkämpft, ausländische Mitbewerber drücken den Preis. Deswegen konzentriert sich die Taufkirchener Spedition auf inländische Fahrten, die 85 Prozent ausmachen. Ausländische Fahrten gehen überwiegend nach Österreich und Italien.

Der Umzug in das neue Gewerbegebiet soll in Teilen des Betriebs erfolgen. Bis zur endgültigen Umsiedlung, schätzt Bürgermeister Franz Hofstetter, werden ein paar Jahre vergehen. Dann werden neue Begehrlichkeiten auf den alten Standort entstehen. Der unmittelbare Nachbar der Spedition in Kirchlern ist die Raiffeisen Waren Gesellschaft (RWG), die dort eine Verkaufsstelle und ein Warenlager unterhält. Auch dabei handelt es sich um ein florierendes Unternehmen, das erweitern will, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Die RWG gilt daher als einer der ersten Anwärter, die sich um das Grundstück der Spedition bemühen wird, sobald die Fläche in ein paar Jahren frei wird. "Für uns ist es auch ganz wichtig, dass die RWG erweitern kann", sagte Hofstetter.