Gewerbe in ErdingZu wenig Platz zum Expandieren

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Zwischenbericht zum Zukunftsplan Gewerbe 2030: Erding soll eine Stelle für Wirtschaftsförderung einrichten

Von Antonia Steiger, Erding

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Ob ein Unternehmer seinen Betrieb erweitern will, ob er Abwanderungstendenzen hat und welche Flächen benötigen werden, über solche Dinge sollte man im Rathaus Bescheid wissen. Dies findet zumindest der Geograf Christian Hörmann vom Beratungsbüro Cima, der dem Erdinger Stadtrat eine Zwischenbilanz für den Zukunftsplan Gewerbe 2030 vorgelegt hat. Auch wenn es noch Monate in Anspruch nehmen wird, bis das Konzept fertig ist, so hatte Hörmann doch schon jetzt eine deutliche Botschaft an die Politik: Sie soll mehr Gewicht auf die Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung legen, diesen Bereich personell vernünftig ausstatten und eventuell eine eigene städtische Gesellschaft gründen.

Hörmann fand eine aufmerksames Zuhörerschaft vor, auch etliche Unternehmer saßen im Publikum und hörten, dass ihre Meinung auch gefragt ist - und zwar weitaus stärker als bisher. Bei einer Umfrage hatte Cima etwa 2000 Fragebögen verschickt, nur 13 Prozent waren wieder zurückgekommen, was für Hörmann ein noch durchschnittlicher Wert ist. OB Max Gotz (CSU) hingegen war das zu wenig. Schon bald bekommen die Unternehmer wieder Gelegenheit, sich einzubringen: Am Mittwoch, 1. Juni, soll es in Unternehmerforum geben. Gesprächsbedarf ist vorhanden, das hat die Umfrage ergeben. Demnach haben 42 Erdinger Betriebe, die expandieren wollen, an ihrem Standort keinen Platz. Das Flächenmanagement nimmt daher einen zentralen Platz ein in Hörmanns Argumentation. Noch stehen die Ergebnisse der Flächenanalyse aus, aber Hörmann machte deutlich, dass es sich die Stadt zur Aufgabe machen müsse, stets genügend Flächen für unterschiedliche Bedürfnisse vorrätig zu haben. Die bereits diskutierte Ausweisung von weiteren 23 Hektar Gewerbeflächen im Erdinger Westen an der Kreuzung der Sigwolfstraße mit der Dachauer Straße findet er daher gut. "Wir begrüßen das", sagte er. Diese Fläche für die sich bereits ein Logistikunternehmen interessiert, fließt daher schon ein in die Analyse der Gewerbestandorte.

Das produzierende Gewerbe ist laut Hörmann eine der Leitbranchen Erdings. Und so gilt dem Handwerk sein großes Interesse. Denkbar wäre ein Handwerkerhof, wie er für die neue Gewerbefläche auch schon geplant ist, bei dem die Stadt auch als Zwischenkäufer auftreten könnte. Wichtig sei es, sagte Hörmann, eine solche Fläche frei vom Preiskampf zu halten. Denn dabei könnten die Handwerker nicht mithalten.

Die Befragungen haben ergeben, dass schon jetzt etwa elf Hektar Flächen fehlen für Betriebserweiterungen und mehr als 17 Hektar für die kommenden fünf Jahren. Den tatsächlichen Bedarf schätzt Hörmann jedoch höher ein. Die weiteren Empfehlungen des Geografen zielen darauf ab, ein Innovations- und Gründerzentrum aus der Taufe zu heben, bei dem die Kommune als Investor auftreten müsse. Prien, Deggendorf und Töging hätten vorgemacht, wie das funktionieren könne. Und auch als Wissenschaftsstandort sollte sich Erding etablieren. In der Hochschule für angewandtes Management und in dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Werks- und Betriebsstoffe hat Erding schon zwei Institute. Aber auch das Fraunhofer-Institut verteilt laut Hörmann seine Einrichtungen quer über Bayern. Über all dies werde man im Stadtrat diskutieren müssen, sagte Gotz. Er wolle der Politik auf jeden Fall einen Vorwurf ersparen, "dass wir über die augenblicklich gute Lage nicht hinausgeblickt haben".

© SZ vom 29.02.2016 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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