Gerd-Vogt-Halle Ambitionierte Planung

Bis 2020 soll das neue Sportzentrum Erdings mit einer Dreifachhalle und mehreren Freiluft-Plätzen fertig sein. Es ist sogar schon ein Name im Gespräch.

Von Philipp Schmitt, Erding

Die "Sportstadt Erding" bekommt einen neuen attraktiven Sportpark: Auf dem städtischen Grundstück am Eisstadion soll vom nächsten Jahr an für etwa 14 Millionen Euro eine Freizeit-Sportanlage am Geislinger Änger gebaut werden. Dort entsteht nicht nur eine neue Dreifachturnhalle, sondern auch mehrere Sportspielfelder. Den planerischen Startschuss für das Großprojekt für die Erdinger Vereine, für Freizeitsportler und den Seniorensport nördlich und östlich des Eisstadions hat am Donnerstag der Planungs- und Bauausschuss mit der Zustimmung zur Entwurfsplanung gegeben. Stadtbaumeister Sebastian Henrich und die beauftragten Architekten hatten sie zuvor präsentiert. "Wir haben damit eine wichtige Entscheidung für die Sportstadt Erding getroffen", sagte OB Max Gotz (CSU) zum einstimmig gefassten Grundsatzbeschluss.

Das Großprojekt werde für lange Zeit das letzte so groß dimensionierte Sportvorhaben in der Kreisstadt sein, fügte Gotz hinzu, weil nach dessen Realisierung alle Bereiche der Stadt mit Sportanlagen "auf Topniveau" ausgestattet seien. Er forderte schnelle Entscheidungen, in den Haushaltsvorberatungen wurde vor einigen Tagen bereits ein Weg zur Finanzierung des Vorhabens aufgezeigt: Im Haushalt 2019 sind zwei Millionen Euro für Planung und Bau vorgesehen, weitere 8,2 Millionen Euro gedenkt die Stadt 2020 für das Projekt auszugeben und weitere 2,7 Millionen im Jahr 2021, dann soll alles fertig bezahlt sein.

Nun müsse aber auch die Planung "ohne Flickschusterei" 2019 und 2020 sukzessive verwirklicht werden, forderte Gotz. Er setzte sich dabei auch vehement für den Bau eines etwa 900 000 Euro teuren Kunstrasenplatzes ein. Auch einen möglichen Namen für die kompakt und funktional in Massivbauweise und "ohne Luxus" geplante fast acht Millionen Euro teure Sporthalle im Zentrum des neuen städtischen Sportparks brachte der OB bereits ins Spiel: Die neue Halle könnte zu Ehren des kürzlich verstorbenen Altbürgermeisters Gerd-Vogt-Halle genannt werden, was Stadträtin Jutta Harrer (SPD) schon "sehr sympathisch" fand. Über derartige Detailfragen soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert und entschieden werden.

Gotz fügte an, dass eine neue Dreifachturnhalle an anderen Standorten der Stadt noch deutlich mehr Geld gekostet hätte. Anders als am bestehenden Altenerdinger Sportgelände und der nach dem früheren Altenerdinger Bürgermeister benannten Sepp-Brenninger Halle soll es in der neuen Sporthalle keine Zuschauerplätze geben, sportliche Wettkämpfe sollen im neuen Sportpark nicht stattfinden. Die Halle und die Open-Air-Sportplätze sind nur für Freizeitsport und Training der Vereinsmannschaften konzipiert.

14 Millionen

Erding nimmt viel Geld in die Hand für dieses Projekt, mit dem sie den Bedürfnissen der Bürger Rechnung trägt. Die Stadt wird größer, die Gesellschaft älter und fitter und die Trainingszeiten knapper. Eine Halle und mehrere Spielfelder sorgen für Entlastung.

Auf dem neuen Sportgelände sollen neben der Halle und dem Kunstrasenplatz kleinere Kompaktspielfelder und Kleinspielfelder mit echtem Rasen und östlich der Eissporthalle ein großes Rasen-Footballfeld für die Erding Bulls entstehen. Bereits bestehende Sportplätze sollen saniert und mit neuen Drainagen ausstaffiert werden. Die Stadträte im Planungs- und Bauausschuss hat mit ihren Beschlüssen Gotz zufolge "erste Pflöcke" der Planung gesetzt.

Nach dem Grundsatzbeschluss zum Hallenneubau wurde jeweils einstimmig entschieden, dass der Kunstrasenplatz gebaut, bestehende Plätze saniert und die Ausstattung der Geräteräume mit Vertretern des BLSV (Bayerischer Landessportverband) abgestimmt werden soll. Die Entscheidung, ob die neue Sporthalle ein von den Planern empfohlenes begrüntes Dach erhalten soll oder nicht, wurde in dieser Sitzung vertagt. Stadtrat Siegfried Ippisch (CSU) teilte dazu mit, dass seiner Auffassung nach nähere Informationen zu den Folgekosten erforderlich seien. Die Architekten sollen zudem auf Vorschlag von Hans Egger (Erding Jetzt) prüfen, ob auf einer kleinen überdachten Freifläche ein Treff für Sportler möglich und dies für die Stadt auch erschwinglich wäre. Weil es am Eisstadion bereits das Vereinsheim des TSV Erding gibt, wurde auf der neuen Sportanlage bislang auf ein weiteres Lokal zur Bewirtung der Sportler verzichtet.

"Wir freuen uns sehr auf die neue Halle und über die barrierefreien Zugänge", sagte Seniorenreferentin Jutta Harrer (SPD). Hubert Niestroy (SPD) forderte außer der auf dem Dach bereits geplanten Photovoltaikanlage weitere Maßnahmen, damit die Halle durch erneuerbare Energie komplett versorgt werden könne. CSU-Stadtrat Hubert Sandtner nannte die Anlage eine "starke Sache", auf die Erding stolz sein könne. Durch die neue Halle werde die voll ausgebuchte Sepp-Brenninger-Halle in Altenerding entlastet.

Die Architekten teilten zudem mit, dass sie ein kompaktes und mehr als sieben Meter hohes Hallengebäude mit barrierefreien Zugängen, Fußbodenheizung, Holzfassaden, einigen Glasflächen, begrüntem Dach sowie einem kleinem Gerätehaus daneben konzipiert haben. Die Halle, vor der es reichlich Fahrradstellplätze geben soll, kann durch Trennwände in drei Bereiche mit separaten Umkleidekabinen mitsamt Duschen für je 25 Personen unterteilt werden.