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Für gute Zwecke:Seit einem halben Jahrhundert auf Achse

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In den ersten 20 Jahren wurde das Sammelgut zum Bahnhof gebracht und in Güterwaggons verladen.

(Foto: Kolpingsfamilie)

Die Kolpingsfamilie hat bei ihren Altkleider- und Altpapiersammlungen seit 1968 mehr als 3000 Tonnen Kleider und Papier zusammengetragen. Am 7. April findet die 50. Aktion statt

Seit 49 Jahren hat Georg Stöckl kurz vor Ostern einen festen Termin: die Altkleider- und Altpapiersammlung der Kolpingsfamilie. Auch heuer, bei der 50. Sammlung, am Samstag, 7. April, ist der 81-Jährige wieder dabei. Von 8 Uhr an fahren die Mitglieder der Kolpingsfamilien Erding, Klettham und Altenerding das gesamte Stadtgebiet ab. In 50 Jahren sind insgesamt etwa 3000 Tonnen an Kleidern und Papier zusammengekommen. Der Erlös kommt wie immer caritativen Einrichtungen zugute.

Die Fotos von den ersten Sammelaktionen sind schon leicht vergilbt, die Autos inzwischen Oldtimer. Auf einigen aus den Jahren Anfang der 1970er ist Stöckl mit Tochter Caroline auf den Schultern zu sehen. Hinter ihm steht ein schwerer Eisenbahnwaggon, bis oben hin gefüllt mit Kleidersäcken: "Die ersten 20 Jahre haben wir Papier und Kleidersäcke am Bahnhof in die Waggons verladen." Das Problem damals: Die Waggons wurden anschließend auf eine Spezialwaage gefahren, war das zulässige Gewicht überschritten, "dann hieß es, wieder auspacken". Heute werden Papiercontainer aufgestellt und für die Kleidersäcke gibt es Lastwagenanhänger.

Ungefähr 450 Mitglieder haben die Kolpingsfamilien Erding, Klettham und Altenerding zusammen, berichtet Claus Rüdiger: "Jedes Jahr sind bei der Altkleidersammlung rund sechzig Leute dabei, junge und ältere." Zwei bis dreimal würden die Fahrzeuge, die von Privatfirmen und der Stadt Erding zur Verfügung gestellt werden, die Straßen abfahren. "Viele treue Erdinger warten schon jedes Jahr im Frühjahr auf die Sammlung", weiß Rüdiger. Da gibt es Erdinger, die sammeln das ganze Jahr über Zeitungen und Werbeprospekte in ihrer Garage und wollen die vielen Bündel dann auch persönlich übergeben. Immer wieder andere bedanken sich auch, dass Kolping den Anstoß gebe, "einmal im Jahr den Kleiderschrank auszusortieren". Seit 1968 sei noch nie eine Sammlung ausgefallen, schreibt die Kolpingsfamilie Erding. In den fünf Jahrzehnten seitdem sind exakt 3 057 357 Kilogramm gesammelt worden, davon insgesamt 702 997 Kilogramm Kleidung und 2 354 360 Kilogramm Papier. Das Sammelgut kommt zu einer Recyclingfirma, die die Kleidung sortiert und das Papier der Wiederverwertung zuführt. Der Erlös, den die Kolpingsfamilie erziele, komme ausschließlich guten Zwecken zu, betont Claus Rüdiger vom Leitungsteam der Kolpingsfamilie Erding. Der katholische Sozialverband hat seinen Namen von Adolf Kolping (1813 - 1865). Der Priester gründete einen Verein, der Gesellen auf Wanderschaft ein Dach über dem Kopf ermöglichte. Aus dem Gesellenverein wurde später der Familienverband.

Aus dem Erlös der Sammelaktionen der Jahre 2012 bis 2017 wurden insgesamt 9 200 Euro an caritative Einrichtungen gespendet, teilt Rüdiger weiter mit. Unter anderem wurde das Geld für die Patenschaft mit der Ukraine, für Hochwasseropfer in Simbach, Erdbebenopfer in Nepal und Ecuador, für bedürftige Senioren und krebskranke Kinder und für die Päckchenaktion der Kolpingsfamilien für die Tafel Erding verwendet.

Die Kolpingsfamilie sammelt die Kleidersäcke und Papierbündel am Samstag, 7. April, zwischen 8 und 12 Uhr. Sammelplatz ist diesmal am Parkplatz des Kronthaler Weihers gegenüber der Minigolfanlage.

© SZ vom 26.03.2018
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