Kriminalstatistik 202515149 Opfer, 34532 Tatverdächtige

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Polizisten patrouillieren im Flughafen München als Anfang Oktobr 2025 wegen Drohnen-Sichtungen der Flugbetrieb eingestellt wurde.
Polizisten patrouillieren im Flughafen München als Anfang Oktobr 2025 wegen Drohnen-Sichtungen der Flugbetrieb eingestellt wurde. Enrique Kaczor/onw-images/dpa
  • Die registrierte Kriminalität im Polizeipräsidium Oberbayern Nord ging 2025 um 2,5 Prozent auf knapp 60.000 Straftaten zurück, die Aufklärungsquote stieg auf 70,7 Prozent.
  • Am Flughafen München wurden 14,1 Prozent mehr Straftaten registriert, wobei 68,1 Prozent Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz waren und Drohnensichtungen am 2. Oktober den Flugbetrieb lahmlegten.
  • Telefonbetrugsdelikte mit Schockanrufen und Enkeltrick nahmen deutlich zu und setzen sich als Negativtrend auch 2026 fort.
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Die Sicherheitslage am Flughafen München und in den Landkreisen Freising, Erding und Ebersberg ist uneinheitlich. Es gibt neue Bedrohungen, gleichzeitig ist die Region vergleichsweise sicher.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord hat seine „Sicherheitsbilanz 2025“ veröffentlicht, die Daten zu Straftaten und polizeilicher Arbeit zusammenfasst. Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums erstreckt sich auf zehn Landkreise und die Stadt Ingolstadt, umfasst somit ein Gebiet, in dem 1,6 Millionen Menschen leben. Im vergangenen Jahr wurden in der Kriminalstatistik knapp 60 000 Straftaten erfasst, wobei Verkehrs- und Staatsschutzdelikte nicht mitgezählt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ging die registrierte Kriminalität um 2,5 Prozent zurück.

Auch im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich die Aufklärungsquote stetig verbessert und lag 2025 bei 70,7 Prozent. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl hat sich positiv entwickelt und ist auf 3726 Straftaten pro 100 000 Einwohner gesunken, das sind deutlich weniger als die über ganz Bayern errechneten 4371 Fälle pro 100 000 Einwohner.

Im Landkreis Freising wurden im vergangenen Jahr 5508 Straftaten registriert – das sind 13,2 Prozent weniger als 2024. Die Aufklärungsquote liegt bei 63,6 Prozent. Sehr niedrig ist die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Fürstenfeldbruck, wo die Häufigkeitszahl bei nur 2984 Straftaten pro 100 000 Einwohner liegt. Das bedeutet, dass die Belastung mit Kriminalität dort nach wie vor vergleichsweise gering ist.

Auch im Landkreis Ebersberg ist die Entwicklung sehr positiv. Hier wurden im vergangenen Jahr 4076 Delikte registriert, das sind 9,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Dass nur 58,1 Prozent aller Straftaten aufgeklärt werden konnten, ist eine vergleichsweise geringe Aufklärungsquote. Dass der Landkreis Ebersberg eine nur wenig von Kriminalität belastete Gegend ist, zeigt hingegen die geringe Häufigkeitszahl von 2826 Straftaten pro 100 000 Einwohnern.

Nur im Landkreis Erding ist ein gegenläufiger Trend zu verzeichnen. Hier ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 3997 angestiegen. Die Polizei war dafür bei den Ermittlungen recht erfolgreich und hat sieben von zehn Fällen aufgeklärt. Mit einem Wert von 2852 Delikten pro 100 000 Einwohnern wird auch der Landkreis Erding als eine vergleichsweise sichere und wenig kriminelle Gegend ausgewiesen.

Ein eigenes Gebiet in der Kriminalstatistik bildet der Flughafen München. Dort wurden im vergangenen Jahr deutlich mehr Straftaten registriert.  8401 Fälle, das sind 14,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings machten Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz mit 68,1 Prozent den allergrößten Teil aus. Die Aufklärungsquote ist mit 93,5 Prozent außergewöhnlich hohem Niveau. Für Aufsehen sorgten zudem mehrere Drohnensichtungen am Abend des 2. Oktober. Der Flugbetrieb wurde aus Sicherheitsgründen schrittweise eingestellt, beide Start- und Landebahnen wurden präventiv gesperrt.

Telefonbetrugsdelikte nehmen zu

2025 gab es im Bereich Oberbayern-Nord 37 Straftaten gegen das Leben – ein historischer Tiefstand bei Mord und Totschlag –, die zudem alle aufgeklärt werden konnten. Die Zahl der Gewalt- und Rohheitsdelikte ist ebenfalls gesunken. 2880 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt sind zwar ebenfalls weniger als in den beiden Vorjahren, aber nach wie vor sehr viele, heißt es.

Schockanrufe per Telefon, bei denen Betrüger mit dem bekannten Enkeltrick, als angebliche Polizeibeamte, Ärzte oder Bankmitarbeiter vor allem ältere Leute um Geld und Wertsachen bringen, sind im vergangenen Jahr noch einmal deutlich mehr geworden. Der Telefonbetrug stehe „weiterhin im polizeilichen Fokus“, heißt es, denn „der Anstieg der Fallzahlen in diesem Bereich setzt sich als Negativtrend auch schon im Jahr 2026 fort“.

Insgesamt wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord 34 532 verschiedene Tatverdächtige ermittelt. Drei Viertel von ihnen waren Männer, ein Viertel Frauen. 15 149 Personen wurden Opfer von Straftaten, hierzu gehören vor allem Delikte gegen Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung. Dazu kommen 28 034 Geschädigte von Diebstahl, Vermögensdelikten oder sonstigen Straftaten.

Unter den Tatverdächtigen – ohne Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylgesetz – waren 12 335 Nichtdeutsche. Ihr Anteil betrug somit 44,3 Prozent. Mit 32,3 Prozent war im vergangenen Jahr fast ein Drittel der Opfer ebenfalls ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahl der jungen Straftäter bis 21 Jahren ist, wie schon seit Jahren zu beobachten, weiterhin rückläufig.

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