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Freising:200 Jahre Freisinger Schafhof im Livestream

Künstlerhaus und Stadtmuseum inszenieren die Ausstellung "Neuaufbruch", die nur im Internet zu sehen ist

Im Freisinger Künstlerhaus Schafhof wird zurzeit eine neue Ausstellung in Kooperation mit dem Stadtmuseum vorbereitet. Der Titel lautet "Neuaufbruch". Die Eröffnung ist für den Samstag 27. Juni, um 11 Uhr geplant. In Zeiten der Corona-Pandemie wird diese Ausstellung im Schafhof jedoch anders ablaufen, als man es üblicherweise gewohnt ist. Die Eröffnung sowie alle Begleitveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung "Neuaufbruch" sollen als Livestream im Internet präsentiert werden, die Teilnahme vor Ort ist nicht möglich (Direktlink zum Stream: https://youtu.be/xZNObjCb2dY).

Daran teilnehmen werden Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Günther Lehrmann, Vorsitzender des Historischen Vereins. Eine Einführung sprechen Ulrike Götz, Direktorin des Stadtmuseums, und Eike Berg, Leiter des Europäischen Künstlerhauses.

Die Ausstellung "Neuaufbruch" bezieht sich auf die Gründung des Schafhofs vor 200 Jahren als Teil der Modernisierung in der Landwirtschaft Anfang des 19. Jahrhunderts sowie auf die moderne Nutzung des Gebäudes als europäisches Künstlerhaus des Bezirks seit nunmehr 15 Jahren. Beide Neuanfänge sollen in der Galerie im Erdgeschoss miteinander verbunden und erfahrbar gemacht werden. Der Schafhof des landwirtschaftlichen Musterguts Weihenstephan wurde 1819/1820 im Auftrag des bayerischen Königs Max I. Joseph als Stall für die in seinem Privatbesitz befindliche Merinoschafherde errichtet. In der Umgebung des Hofes wurden etwa 50 Hektar Wald gerodet um Weiden und Wirtschaftsflächen zu erhalten. Der Bau war so konzipiert, dass 500 Schafe Platz finden sollten. Bauherr war der Agrarwissenschaftler Max Schönleutner. Im Jahre 1888 wurde die Schafzucht beendet, bis 1930 wurde eine Jungviehhaltung in Kombination mit Schafen durchgeführt. Bis in die 1960er-Jahre wurde der Schafhof bewirtschaftet.

Der Schafhof wurde 1819/1820 im Auftrag des bayerischen Königs Max I. Joseph als Stall für die in seinem Privatbesitz befindliche Merinoschafherde errichtet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach längerem Leerstand wurde der Schafhof vom Bezirk Oberbayern um 1990, erworben und renoviert. Er wurde von 1994 an als landwirtschaftliches Museum zum Thema Bayerns Landwirtschaft seit 1800 genutzt. Das Museum war eine Außenstelle des Bayerischen Nationalmuseums. Es wurde wegen mangelnden Besucherinteresses im Jahr 2002 geschlossen. Am 10. Juli 2005 wurde der Schafhof als "Europäisches Künstlerhaus Oberbayern" wiedereröffnet.

Auch das Stadtmuseum Freising beteiligt sich an der Ausstellung. Das Asamgebäude wird saniert - das Stadtmuseum ist ausgeflogen. In diesem Sommer ist es zu Gast im Europäischen Künstlerhaus Oberbayern im Schafhof. Mit seiner auffälligen Dachkonstruktion in landschaftlich idyllischer Umgebung gelegen, zog das Gebäude immer wieder den Blick von Malern und Graphikern auf sich. Das Stadtmuseum Freising zeigt Großreproduktionen historischer Darstellungen des Schafhofs, kombiniert mit den entsprechenden, in Vitrinen gezeigten originalen Ansichten. Wandhohe Grafiken, Bilder und Fotos erzeugen in einer in den Raum komponierten Architektur aus Wänden und Objekten eine intensive Atmosphäre.

Das Künstlerhaus ergänzt die Ausstellung durch Interventionen zeitgenössischer Kunst. Im Ausstellungsraum und darüber hinaus im Gebäude und im Außenbereich des Schafhofs treten zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler in Dialog mit Geschichte und Funktion des Schafhofs. Die Kunstwerke stammen zum Teil aus der Sammlung des Künstlerhauses, andere wurden anlässlich des Jubiläums neu geschaffen. Sie stehen für die Funktion des Schafhofs als Zentrum für zeitgenössische Kunst des Bezirks Oberbayern.

Murmeln in Sektor Null

Jetzt ist der Schafhof mit seinem Tonnengewölbe ein Ort für Kunst.

(Foto: Lukas Barth)

Weitere Informationen finden sich unter: http://www.schafhof-kuenstlerhaus.de/Videopool. Die Ausstellung dauert vom 27. Juni bis zum 30. August. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 14 bis 19 Uhr, Sonntag von zehn bis 19 Uhr und nach Vereinbarung Der ist Eintritt frei.

© SZ vom 16.06.2020

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