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Erding:Einstimmiges Votum für Petra Bauernfeind

Tafel Erding

Die Freien Wähler haben am Mittwoch einstimmig Petra Bauernfeind zur OB-Kandidatin gekürt.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Freien Wähler nominieren OB-Kandidatin

Ein Musiklehrer und ein Malermeister, eine Sprachtherapeutin und eine Biobäuerin: die Kandidaten und Kandidatinnen der Freien Wähler (FW) für den Erdinger Stadtrat bilden eine bunte Mischung. Bei der Frauenquote allerdings ist noch Luft nach oben. Auf der gemeinsamen Liste der Freie Wähler Kreisvereinigung Erding und des Freie Wähler Vereins Erding befinden sich unter den 40 Namen gerade mal elf Frauen. Immerhin haben die Mitglieder am Mittwochabend im Lindenwirt einstimmig eine Frau als Oberbürgermeisterkandidatin nominiert. Stadt- und Kreisrätin Petra Bauernfeind wird gegen OB Max Gotz (CSU) antreten und sie zeigte sich angriffslustig.

Die Aussage der CSU, alle Hausaufgaben gemacht zu haben, sieht Petra Bauernfeind kritisch. Für die Kinderbetreuungsplätze zum Beispiel gäbe es mittlerweile eine Warteliste. Geschuldet sei dies freilich vor allem dem Zuzug und dem Mangel an Erzieherinnen, räumte sie ein. Aber es sei eben noch viel Engagement gefordert. Ebenso bei den Plänen für die Nordumfahrung, "da steht noch nicht einmal die Finanzierung". Oder der B388 Süd-Ost-Umfahrung, die im Verkehrsplan weit hinten stehe: alles Dinge, mit denen man nicht wirklich prahlen könne, so Bauernfeind: "Es wird nicht alles zu Gold, bloß weil es der CSU Oberbürgermeister anfasst."

Für mehr Radwege und ein besseres Busangebot

Bauernfeind kritisierte außerdem, dass das Radwegekonzept veraltet sei und das Mayr-Wirt-Gelände seit zwei Jahren brach liege. Das von der FW ins Spiel gebrachte Parkhaus sei abgelehnt worden sei. Zum geplanten Tunnel zwischen altem und neuem Rathaus sagte sie nur, dass es auf der Strecke von der Berufsschule bis zur Innenstadt keinen einzigen Fußgängerüberweg gebe. Als Oberbürgermeisterin will sich die 49-jährige Ehefrau von Alt-OB Karl-Heinz Bauernfeind unter anderem für Radwege und ein erweitertes Stadtbusangebot einsetzen, für einen Streetworker, der sich um Obdachlose kümmert. Zudem schwebt ihr - analog zum Zentrum für Gesundheitsberufe - ein Zentrum für Erziehende vor. Die ehemalige Journalistin und Mutter eines 14-Jährigen engagiert sich ehrenamtlich in der Nachbarschaftshilfe, bei Bunt statt Braun und als Schulweghelferin. 2014 war Bauernfeind schon einmal gegen OB Max Gotz angetreten, damals noch für die Gruppierung der Unabhängigen Freien Wähler Erding (UWE). Am Mittwoch wurde sie mit 46 von 46 gültigen Stimmen zur OB-Kandidatin für 2020 nominiert.

"Es sollten viel mehr junge Leute auf die vorderen Listenplätze", forderte Martin Weber (Platz 16). Sein Vorschlag: Rainer Mehringer (Platz 3) solle mit seiner Tochter Johanna Mehringer (Platz 12) die Plätze tauschen. Doch die junge Frau winkte ab. Bei der anschließenden Wahl bestätigten die Mitglieder die Reihenfolge der Kandidaten. Aktuell sitzen im Erdinger Stadtrat sechs FW-Räte. Fünf treten 2020 wieder an, neben Bauernfeind und Mehringer sind dies Jürgen Beil (Platz 5), Hans Fehlberger (8) und Sepp Hochholzer (10). Der Name von Johanna Heindl taucht nicht auf. "Ich war 24 Jahre im Stadtrat, jetzt sollen die Jungen ran", sagte sie. Dafür will es Benedikt Hoigt, FW-Ortsvorsitzender, nochmal wissen. Das letzte Mal hat es nicht geklappt, jetzt hat er Listenplatz 2.

Zur Versammlung war auch Hans Schreiner, der gemeinsame Landratskandidat von FW, Grünen und SPD, gekommen. Er betonte, dass sich sicher nicht alle Vorstellungen deckten, "wir müssen zusammenfinden". Er erwarte "harte Diskussionen", aber: "Mit gegenseitigem Respekt werden wir das hinkriegen."

Die Stadtratsliste der Freien Wähler Erding: 1. Petra Bauernfeind, 2. Benedikt Hoigt, 3. Rainer Mehringer, 4. Peter Badmann, 5. Jürgen Beil, 6. Alois Huber, 7. Judith Heger, 8. Hans Fehlberger, 9. Rudi Thalmeier, 10. Sepp Hochholzer, 11. Robin Bauersachs, 12. Johanna Mehringer, 13. Franz Lex jun., 14. Monika Schmid, 15. Andreas Sichtig, 16. Martin Weber, 17. Martin Neumaier, 18. Dominique Klatte, 19. Philipp Mittermaier, 20. Svetlana Kulesa, 21. Erwin Dosch jun., 22. Bernhard Lorenz, 23. Peter Heger, 24. Johannes Rüdiger, 25. Helene Barth, 26. Willi Hahn, 27. Thomas Angermeier, 28. Laura Böhm, 29. Aresim Maxhera, 30. Antonia Träger, 31. Margot Hoigt, 32. Florian Rehm, 33. Rainer Koppe, 34. Sabine Renauer, 35. Stefan Miller, 36. Eric Peinelt, 37. Klaus Katzschner, 38. Sylva Woodside, 39. Raphael Bablick, 40. Florian Eibl, 41. Erna Weinzierl-Lorenz (Nachrückerin)