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Flughafen München:Vorgeschriebene Werte eingehalten

Unternehmen sieht keine Gefahr für Kindertagesstätte "Airporthopser"

"Die Vorgaben werden deutlich eingehalten." Zu diesem Ergebnis kam Hermann Blomeyer, Leiter des Umweltressorts am Flughafen, bezüglich der Messwerte am Kindergarten Airporthopser. "Wir liegen deutlich unter allen kritischen Grenzwerten", betonte er in der Fluglärmkommission. Lediglich die Konzentration der Stickoxide sei etwas höher, weil die Kindertagesstätte auf dem Flughafengelände in der Nähe der Autobahn liege. Georg Kölbl von der Bundesvereinigung gegen Fluglärm hakte nach, ob sich die Messstation dort etwa in der üblichen Höhe befinde. Als Blomeyer dies bejahte, kritisierte Kölbl, dass diese Messweise nicht kindgerecht sei. Seiner Meinung nach hätte in einer Höhe von einem bis 1,20 Meter gemessen werden sollen. Tobias Eschenbacher, Vorsitzender der Fluglärmkommission, schlug vor, die Schadstoffe rund um die Airporthopser ein ganzes Jahr lang zu messen.

Was den Ultrafeinstaub anbelangt, konnte Blomeyer mit keinen neuen Erkenntnissen aufwarten. "Es gibt keine neue Situation, keine Grenzwerte und deshalb keine Bewertung." Nun hat die Staatsregierung jüngst 1,4 Millionen Euro für die Erforschung der Ultrafeinstaubpartikel (UFP) ausgegeben. Allerdings nur für die Beschaffung von Messgeräten, von denen keines am Flughafen stationiert wird. Freisings OB Eschenbacher fand das enttäuschend. Schließlich gelte der Flughafen als einer der größten Verursacher von UFP. Eschenbacher fände es einen interessanten Aspekt, wenn die Flughafen München GmbH auf freiwilliger Basis Messungen durchführe. Der Vorsitzende der Fluglärmkommission würde sich mehr Engagement erwarten, zumal im Herbst in Nordrhein-Westfalen und Hessen Expertenanhörungen zum Thema UFP stattfänden. Über deren Ergebnisse soll nach Möglichkeit in der nächsten Sitzung der Fluglärmkommission im Dezember berichtet werden.

Josef Schwendner, Generalbevollmächtigter der FMG, berichtete, dass das Frachtaufkommen am Flughafen im Moos rückläufig sei. "Das ist ein Indiz für eine Abkühlung der Wirtschaft", betonte er. Dagegen sei die Anzahl der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 und die der Flugbewegungen um 2,8 Prozent angestiegen. Schwendner nannte Zahlen aus der Statistik der FMG, demzufolge der Frauenanteil unter den Fluggästen zunehme. Allen Fridays-for-Future-Demonstrationen zum Trotz gehören junge Menschen zu den Vielflieger-Gruppen. "Die wollen sich die Welt anschauen", vermutete Schwendner. Die Altersklasse der Senioren ist ebenfalls stark vertreten. Sie nutzen ihren Ruhestand für Flugreisen, die ihnen früher seltener möglich waren. Schwendner zufolge gibt es eine starke Nachfrage nach Interkontinentalflügen. Und, was ihn aufgrund der häufigen Ausfälle des Verkehrsmittels etwas wundert: 34 Prozent der Fluggäste kommen mit der S-Bahn zum Flughafen im Moos.