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Flughafen München:"Nackt-Sit-in" am S-Bahnhof

Polizisten sind immer im Dienst, auch wenn sie gerade auf dem Heimweg von der Arbeit sind. Das hat Donnerstag zum Eingreifen eines Beamten der Bundespolizei im Erdinger Moos geführt, wie Christian Köglmeier, Pressesprecher der Bundespolizei am Flughafen, mitteilt. Am S-Bahnsteig "Terminal" angekommen, habe der Beamte lautes Geschrei gehört. Wenig später hatte er die Ursache auch schon ausgemacht. Ein junger Mann im Adamskostüm saß wild gestikulierend auf dem Bahnsteig, ein weißes Blatt Papier in der Hand. Auf seine Situation angesprochen, war der Nackte offenbar so aufgeregt, dass er im Sitzen auf den Boden urinierte, aber auf den Uniformierten erst in keiner Weise reagierte. Dieser ließ nicht locker, reichte dem vermeintlichen Anhänger der Freikörperkultur einen Mantel, welchen dieser aggressiv von sich schleuderte. Immer wieder schlug der 25-Jährige auch wild um sich, so dass dem Bundespolizisten und seinen mittlerweile hinzugekommenen Kollegen nichts anderes übrig blieb, als den offensichtlich stark Verwirrten zu fesseln. Mittels Rollstuhl brachten die Polizisten den Gefesselten schließlich zur Wache. Dort angekommen holten sie einen Arzt hinzu. Der Mediziner diagnostizierte eine akute Psychose und wies den Patienten in die Psychiatrie ein. Den Weg in ein umliegendes Bezirksklinikum sollte er im Rettungswagen bestreiten, nicht jedoch ohne polizeiliche Begleitung.

Ergebnis des "Nackt-Sit-ins", so Köglmeier, sind nun ein Aufenthalt in der geschlossenen Abteilung, eine Strafanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, leichtere Blessuren zweier Bundespolizisten und ein wenig Arbeit für den Reinigungsdienst.

© SZ vom 11.01.2020 / wil
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