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Flughafen München:Ein Signal an den Flughafen-Chef

Johannes Becher stellt dem Flughafen-Chef Fragen.

(Foto: Marco Einfeld)

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher hinterfragt Nachtflüge und Subventionen

Zu Beginn des neuen Jahres hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher zwei schriftliche Anfragen zum Thema Flughafen gestellt. Darin fordert er bei der Bayerischen Staatsregierung die aktuellsten Daten für das vergangene Jahr am Münchner Flughafen an. Der Abgeordnete aus der Stadt Moosburg möchte damit nach eigenen Angaben auch ein Signal an den neuen Flughafen-Chef Jost Lammers senden, der Anfang Januar die Position von Michael Kerkloh übernommen hat.

Eine der Anfragen thematisiert die bestehenden Ausnahmen vom Nachtflugverbot. Die Zahl der erteilten Ausnahmegenehmigungen für zusätzliche Nachtflüge sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Nichtsdestotrotz sehe die Staatsregierung nach wie vor keinen Bedarf, die Nachtflüge am Münchner Flughafen strenger zu regulieren. Becher fordert, die Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens stärker von Nachtflügen zu entlasten. Er schlägt vor, die Verwaltungskosten für Ausnahmegenehmigungen den Airlines in Rechnung zu stellen und grundsätzlich die Landegebühren so zu überarbeiten, dass sich Nachtflüge für Fluggesellschaften nicht mehr lohnen.

Die zweite Anfrage zielt darauf ab, die Subventionen offenzulegen, die von der Flughafen München GmbH (FMG) an einzelne Airlines gezahlt werden, um die Ansiedlung neuer Flugrouten zu fördern. Allein 2018 habe die FMG mit 24 Millionen Euro, dem bisher höchsten Subventionsbetrag seit zehn Jahren, 118 Ziele gefördert, von denen fast drei Viertel bereits vom Flughafen München aus angeflogen wurden, kritisiert Becher. "Wenn in Zeiten des Klimawandels mit solchen Millionenbeträgen künstlich Flugbewegungen generiert werden, dann besteht erst recht kein Bedarf für eine zusätzliche Start- und Landebahn", so der Grünen-Abgeordnete.

Der scheidende Flughafenchef Michael Kerkloh hatte erst Ende Dezember den Bau einer dritten Startbahn dagegen erneut als notwendig bezeichnet. Derzeit sammelt das Aktionsbündnis "Aufgemuckt" Unterschriften für die Beendigung dieser Subventionen. Die Massenpetition soll 2020 in den Landtag eingebracht werden.

Die Antworten der Bayerischen Staatsregierung auf die beiden schriftlichen Anfragen des Grünen- Landtagsabgeordneten Bechers sind in etwa vier Wochen zu erwarten.

© SZ vom 07.01.2020 / sz
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