Was die Pläne für den Fliegerhorst Erding betrifft, backt die Stadt inzwischen kleinere Brötchen. Die Große Kreisstadt wäre schon froh, wenn die Bundeswehr ihr wenigstens einen Teil der ursprünglich anvisierten Grundstücke überlassen würde. Die Verhandlungen mit dem Verteidigungsministerium laufen weiter und somit bleiben auch Fragezeichen. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) räumte im Stadtentwicklungsausschuss ein: „Es kann auch passieren, dass das Verteidigungsministerium sagt: Null gibt’s – aus, fertig.“
Dennoch lässt die Stadt jetzt drei Bestandsgebäude auf dem Areal untersuchen. Reinhard Böhm, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt, zeigte sich verhalten optimistisch in der Sitzung. Nach dem „aktuellen Verhandlungsstand, der Zeitschiene und dem Schriftverkehr mit dem Bundesverteidigungsministerium“ wage die Rathausverwaltung die Einschätzung, „dass man diesen Schritt gehen kann“.
Erst vor gut einem Monat hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Fliegerhorst das Drohnenkompetenz‑ und Abwehrzentrum „Defense Lab Erding“ eingeweiht. Dadurch ergeben sich laut Stadtverwaltung „neue Flächenzuschnitte und Nutzungen“, die auch zeitnah auf künftig zivilen Flächen umgesetzt werden sollen. Um Verzögerungen zu vermeiden, sollten Bestandsgebäude frühzeitig untersucht werden. Das sieht auch Gotz so: „Wir sollten uns bestmöglich aufstellen.“
Auf der Tagesordnung des jüngsten Stadtentwicklungsausschusses standen drei Bestandshallen mit einer Gesamtgrundfläche von circa 11 500 Quadratmetern. Nach Auskunft der Verwaltung ist nicht auszuschließen, dass sich im Laufe des Verfahrens „zusätzliche oder andere Planungsbedürfnisse“ ergeben. Die Kosten von 300 000 Euro sind durch das „Sonderprogramm Militärkonversion“ bis zu 80 Prozent förderfähig.
Der Stadtentwicklungsausschuss votierte einstimmig für eine Überprüfung der drei Hallen und ein Nutzungskonzept für die Gebäude. Sie befinden sich laut Verwaltung im Übrigen in einem „vergleichsweise guten Zustand“.

