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Fliegerhorst Erding:Fehlendes Personal

Auch am Bundeswehrstandort Erding muss die Arbeit, die früher die Wehrpflichtigen geleistet haben, auf andere verteilt werden.

Erst im Juli haben die ersten freiwilligen Rekruten ihren Dienst bei der Bundeswehr begonnen. Jetzt gab das Verteidigungsministerium an, dass von den bundesweit 3480 Freiwilligen bereits 780 den Dienst wieder quittiert haben. Private Gründe, andere Jobangebote oder abweichende Vorstellungen vom Dienst bei der Bundeswehr seien die ausschlaggebenden Gründe gewesen, so wird gemeldet. Im Erdinger Fliegerhorst haben sich ebenfalls freiwillige Wehrdienstleistende gemeldet.

Wie viele das sind und ob welche von ihnen auch schon wieder aufgehört haben, konnte Oberstabsfeldwebel Andreas Kurz, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, "aus dem Stegreif nicht sagen". Offenbar sind es aber wenige. Denn Kurz sagte, dass am Fliegerhorst seit dem Aussetzen der Wehrpflicht viele "helfende Hände" fehlen würden, das sei unbestritten. Das betreffe allerdings nicht die Technik. "Ob Grundwehrdienst oder Freiwilligendienst, wer hier nur kurz ist, schraubt ja nicht an einem Flugzeug herum", sagt Kurz. Die Kernkompetenz des Fliegerhorsts liegt ja in der Wartung von Kampfflugzeugen. Nur wer sich für länger bei der Bundeswehr verpflichtet, erhalte entsprechende Lehrgänge, sagt der Oberstabsfeldwebel.

In allen anderen Bereichen muss gerade das fehlende Personal kompensiert werden. "Die Grundwehrdienstleistenden waren so ziemlich überall eingesetzt: Unterstützung des Stabs und des Sanitätsdienstes, normaler Tagesdienst, Wache. Sie waren auch für Ordnung und Sauberkeit zuständig", sagt Kurz.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagte, mit der Zahl der Abbrecher könne er nicht zufrieden sein. Kurz bezeichnete die Situation im Fliegerhorst als "schwierig". Doch etwas anderes, als bis zum 26. Oktober auszuharren, bleibe nicht übrig. "Dann entscheidet sich ja die Standortfrage. Und dann wird man sehen, ob und wie das Personal neu geschlüsselt wird. Vielleicht gibt es neue Planstellen für Zeitsoldaten, vielleicht wird ein neues Attraktivitätsprogramm für die Freiwilligen aufgelegt. Wir wissen es einfach nicht."