Flächenfraß Bund Naturschutz gegen B 15 neu

Der Umweltverband fordert, die Planungen für eine Weiterführung südlich der A92 bei Landshut einzustellen

Von Florian Tempel, Landshut

Der geplante Bau einer B 15 neu durch den Landkreis Erding war ein Riesenaufreger vor vier Jahren. Nach massiven Protesten wurde das Vorhaben zwar durch einen weichgespülten Kompromiss weitgehend vertagt. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist nichts Verbindliches zu einer neuen B 15 südlich von Landshut drin. Doch bei Landshut gehen die Planungen von weiteren Abschnitten der B 15 neu, deren Realisierung direkte Auswirkungen auf den Landkreis Erding haben könnte, munter weiter: Die Weiterführung der B 15 neu über die Isar und dann weiter bis zur bestehenden B 15.

In einer aktuellen Pressemitteilung lehnt der Bund Naturschutz (BN) den Weiterbau der B 15 neu über die A 92 hinaus ab. "Der hohe Flächenverbrauch, die Zerschneidung von wertvoller Kultur- und Naturlandschaft sowie der mit der geplanten B 15 neu verbundene Artenverlust ist nicht hinnehmbar", wird der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner zitiert. Das staatliche Bauamt Landshut prüfe derzeit "die technische Planung für die südliche Fortsetzung von der A 92 über die Isar bis zur B 15 in drei Bauabschnitten" heißt es weiter. Der BN lehnt das kategorisch ab, da dies einer "bisher weitgehend unzerschnittenen Kultur- und Naturlandschaft erhebliche und nicht ausgleichfähige Umweltbelastungen bringen wird". Eine Fortsetzung der B 15 neu südlich der A 92 und der Isar widerspreche "grundlegend dem dringend gebotenen Ziel der Minimierung des Flächenverbrauches beziehungsweise des schonendem Umganges mit Grund und Boden". Die Stadt Landshut habe keine wirksame Verkehrsentlastung durch die geplante Ost-Süd-Umgehung zu erwarten, das zeigten neue Verkehrsprognosen. Auch im weiteren Verlauf sei eine B 15 neu nicht notwendig. Laut den amtlichen Zahlen ist auf der B 15 bei Hachelstuhl in den Jahren 2010 und 2015 ein tägliches Verkehrsaufkommen von 5400 und dann 5500 Fahrzeugen gezählt worden. "Diese Verkehrszahlen der amtlichen Statistiken rechtfertigen keine regionale Notwendigkeit für den Neubau einer Bundesfernstraße B 15 neu parallel zur bestehenden B 15", heißt es weiter. Im Bundesverkehrswegeplan ist vorgesehen, durch einen Bahnausbau den Güterfernverkehr von Regensburg bis Rosenheim wesentlich zu beschleunigen. Um das Ziel "mehr Güter auf die Schiene", nicht zu unterlaufen, mache der Bau einer B 15 neu von Landshut bis Rosenheim auch deshalb keinen Sinn mehr.