Feuerwehr der ZukunftAuf einem guten Weg

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Nachwuchssorgen gibt es bei den drei Erdinger Feuerwehren nicht. Allerdings sind die Standorte in die Jahre gekommen. Bei einem politischen Frühschoppen der SPD wird über die Herausforderungen der Zukunft diskutiert

Von Philipp Schmitt, Erding

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Wie stehen die drei Freiwilligen Feuerwehren in Erding derzeit da und wie können sie sich für neue Herausforderungen in der Wachstumsregion im Rahmen eines neuen Bedarfs- und Entwicklungskonzepts wappnen? Darüber haben SPD-Lokalpolitiker mit den Kommandanten Manfred Kordick (Erding), Stephan Stanglmaier (Altenerding), Johann Pichlmair (Langengeisling) und dem Feuerwehrreferenten Hans Schmidmayer (SPD) bei einem politischen Frühschoppen im Mayr Wirt diskutiert. Fazit: Es gibt viel zu tun, um für die künftigen Herausforderungen gerüstet zu sein, aber mit dem Status Quo können die Erdinger Feuerwehren nach den Investitionen der Stadt in neue Geräte zum Hochwasserschutz zufrieden sein: "Wir sind auf einem gutem Weg und gut aufgestellt", hieß es unisono.

Nachwuchssorgen gibt es derzeit nicht, in den Jugendgruppen werden 70 Leute betreut. Allerdings sind die Feuerwehrgerätehäuser nicht mehr aktuell, es gibt nicht genügend Stellplätze und Erweiterungsmöglichkeiten fehlen auch. Die Sanierung der Häuser wäre teuer, weswegen auch neue, zentrale Standorte gesucht und über eine Nachnutzungen der bisherigen diskutiert werden müsse. Das von Hubert Niestroy angesprochene Thema Berufsfeuerwehr sei in Erding aber keins, weil ständig besetzte Feuerwehrwachen erst von 100 000 Einwohnern an Kordick zufolge vorgeschrieben sind und noch dazu auch sehr teuer wären.

Mit dem Feuerwehrreferenten Schmidmayer waren sich die Kommandanten einig, dass neue Wege gesucht werden müssten, um den aktiven Dienst attraktiver zu machen. So könnte tagsüber für Kleineinsätze eine Staffel mit sechs Feuerwehrleuten mit bei der Stadt beschäftigten Aktiven gebildet werden, um die Freiwilligen und deren Arbeitgeber zu entlasten. Kordick regte an, dass der Stadtrat zudem das zukunftsweisende Ulmer Feuerwehrareal besichtigen solle, denn dort wurden neben der Feuerwache Wohnblocks mit bezahlbaren Wohnungen für Aktive realisiert - dieses Modell sei auch für Erding denkbar.

Mit Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) werden die Kommandanten demnächst über die Inhalte des neuen Entwicklungs- und Bedarfskonzepts sprechen, das dann im Stadtrat zur Debatte gestellt werden soll. Schmidmayer und Stadtrat Horst Schmidt zufolge könnten dann im nächsten Jahr langfristig die Weichen gestellt werden. Um die künftigen Aufgaben bewältigen zu können, seien das 1974 gebaute und 1989 erweiterte Feuerwehrgerätehaus in Erding und auch das Gebäude in Altenerding an der Holunderstraße wegen fehlender Erweiterungsmöglichkeiten und zu wenigen Parkplätzen nicht mehr zeitgemäß. An der Lebzelterstraße könnten neue Wohnhäuser und ein Supermarkt entstehen. Diskutiert werden müsse, so Willi Scheib und Hubert Niestroy, auch über die Nutzung von Flächen im Fliegerhorst-Areal, wo zum Beispiel die Ausrüstung für den Hochwasserschutz gelagert und Ausbildungsstätten in Kooperation mit dem Landkreis (etwa für Atemschutzträger) weiter ausgebaut werden könnten: "Ob dafür dann der Platz der bestehenden Bundeswehrfeuerwehr oder ein anderer Standort auf dem Areal genutzt werden sollte, müsste noch besprochen werden", sagte Schmidmayer.

Der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Scheib wollte zudem wissen, ob eine Fusion der drei Feuerwehren und der drei Feuerwehrvereine im Stadtgebiet denkbar sei: Von den Kommandanten und dem Vorsitzenden des Erdinger Feuerwehrvereins Andreas Mayr kam dazu ein klares Nein. Denn um innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten nach der Alarmierung zum Einsatzort gelangen zu können, seien dezentrale Standorte auch künftig weiterhin erforderlich, die nicht abgelegen in der Peripherie liegen dürften. Zudem müssten die historisch gewachsenen Identitäten der drei Feuerwehren mit drei separaten Vereinen - der Altenerdinger Feuerwehrverein zählt mit 409 vor Erding mit 180 und Langengeisling mit 160 die meisten Mitglieder) - gewahrt werden, sagte Mayr.

Schmidmayer und die Kommandanten wiesen beim politischen Frühschoppen auf ein permanentes Ärgernis hin und appellierten an die Bürger, Feuerwehrzufahrten ständig frei zu halten und nicht Einsätze durch auf Zufahrten parkende Autos zu blockieren. Es gab aber auch Lob für die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung zum Beispiel bei der Umsetzung des neuen Hochwasserschutzkonzepts. Scheib sagte, lobte, dass "im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz Enormes geleistet wurde".

© SZ vom 01.03.2016 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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