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Fest:Ein Beispiel, wie Integration funktioniert

Afrikafest

Natürlich gehören auch heiße Rhythmen zu einem Afrikafest, davon gab es am Wochenende in der Luitpoldanlage genügend zu hören und zu tanzen.

(Foto: Lukas Barth)

Der Verein der Togoer in Freising veranstaltet zum elften Mal das Afrikafest. Wichtiger Bestandteil ist stets der Fußball-Cup

Von Katharina Aurich, Freising

Zum elften Mal hat der Verein der Togoer in Freising zum Afrikafest in die Luitpoldanlage eingeladen. Mit allen Sinnen tauchten die Gäste von jung bis alt in die vielfältigen Kulturen ein, doch den Veranstaltern ging es um mehr als Essen, Musik und bunte Kleidung. Mit diesem dreitägigen Fest zeigten sie in ihrer zweiten Heimat Bayern ihre Kultur, ihre Wurzeln, um mit ihren Gästen zusammen zu lachen, zu reden und zu feiern, beschrieb Deo Amados, einer der Organisatoren, das Ziel. Denn Gemeinsamkeiten zu finden und zu erleben sei der Schlüssel zur Integration, die im Moment in Europa wieder ein großes Thema sei.

Seit 27 Jahren lebt Amados in Deutschland, seine Kinder wachsen hier auf und er spricht perfekt Deutsch. Die Sprache sei der Schlüssel zur Integration, "wenn wir hier leben wollen". Und er fügte an "wir fühlen uns hier sicher". Die Mitglieder des Vereins der Togoer in Freising engagierten sich auch in den Flüchtlingshelferkreisen, "wir wollen ein Beispiel geben, wie es geht, hier Fuß zu fassen". Für die Geflüchteten sei es sehr hilfreich, auf Menschen zu treffen, deren Sprache und Kultur sie bereits kennen. Natürlich müsse man auch die kulturellen Unterschiede vermitteln und berücksichtigen, damit Integration gelinge, erklärte er. Wenn in Afrika irgendwo Musik erklinge, dann freuten sich die Menschen und tanzten. Hier in Deutschland sei dies anders, man müsse damit rechnen, dass sich die Nachbarn gestört fühlten und Rücksicht nehmen.

Beim Afrikafest in der Luitpoldanlage brauchte sich niemand zurück halten oder auf die Lautstärke Rücksicht zu nehmen, die Gäste erfreuten sich an den rhythmischen Klängen der Trommeln, und wer wollte, nahm spontan an einem Workshop teil. Natürlich wurden auch die Djembes, Bougarabous, Kongas und viele andere Trommelarten an den Ständen angeboten. Zu hören gab es auch eine junge Afrobeat Band aus Ruanda, Afrojazz und Reggae der Band Yunait aus Landshut. Zur Stärkung und vor allem auch zum Ausprobieren dampften in den Töpfen und Fritteusen typisch ghanaische Snacks aus Kochbananen und Süßkartoffeln, kräftig gewürztes Rindfleisch mit Reis, Fisch in verschiedenen Variationen oder Couscous mit Gemüse. Dazu wurde äthiopischer Kaffee ausgeschenkt. Die Besucher schlenderten über den Platz, betrachteten Taschen in allen Variationen, bewunderten den kunstvollen Silber- und Holzschmuck, die traditionellen Holzmasken und Skulpturen. Nach der Modenschau, auf der traditionelle Trachten gezeigt wurden, überlegte der eine oder andere, an den Ständen entweder Kleidung aus buntem Stoff mit vielfältigen Mustern oder eine Decke zu erwerben.

Nicht nur in Deutschland, auch in Afrika spielt Fußball für alle jungen Männer eine große Rolle. Daher trafen sich auch die Kicker zum 11. Afrika-Fest-Fußball-Cup in der Savoyer Au und feierten anschließend nach der Siegerehrung noch lange zusammen. Im Integrationszelt hatte der Freisinger Vereins Marafiki Wa Afrika - Freunde für Afrika zu einem Kindererzählprogramm eingeladen. Michael Tonfeld erzählte die Geschichte "Auf Leben und Tod"- die lange Reise einer Schnecke von Afrika nach Freising".

© SZ vom 02.07.2018

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