Fahrradfahren in Erding "Gut für die Statistik"

Glück gehabt: Bei dieser Radlerin hatten die Beamten am vorvergangenen Mittwoch nichts zu beanstanden.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Erdinger ADFC kritisiert die Fahrrad-Kontrollaktion der Polizei

Die Erdinger Sektion des Allgemeinden deutschen Fahrradclubs (ADFC) kritisiert die Kontrollen von Fahrradfahrern, die die Polizei am Mittwoch vor einer Woche in der Erdinger Innenstadt durchgeführt hatte. In einer Pressemitteilung fragt der ADFC: "Ist die Jagdsaison auf Erdings Radfahrer nun eröffnet?" Der Verein spricht von "Aktionismus": Kontrolliert worden sei in der Langen Zeile, auf dem Schrannenplatz sowie am Fehlbach. "An keinem der drei genannten Orte passierten bisher Unfälle, weder mit Fußgängern noch mit dem motorisierten Verkehr", schreibt der ADFC. "Wenig bis gar nicht effizient, gut für die Statistik." Die Erdinger Beamten hatten am vorvergangenen Mittwoch zwischen 17 und 22.30 Uhr insgesamt 113 Radfahrer kontrolliert. 43 Radfahrer wurden wegen Kleinigkeiten mündlich verwarnt, 22 Radler wurden wegen Ausrüstungs- und Verhaltensverstößen zur Kasse gebeten, und 48 Radler konnten ohne Beanstandungen "mit vorbildlichem Verhalten und perfekt ausgestatteten Rädern", wie es damals hieß, weitergeschickt werden. Der ADFC hat das Gefühl, dass sich die Kontrollen zu sehr gegen Fahrradfahrer richteten. Man fordert vielmehr verstärkte Kontrollen gegen den motorisierten Individualverkehr. "Waren in Erding früher überwiegend schlechte und unsichere Wegstrecken Gründe für viele Unfälle, sind es nun serienweise leichtsinnige, überforderte oder gar rüpelhafte PKW- und LKW-Fahrer, die Radler, Roller- und Motorradfahrer bedrohen", schreibt der ADFC. Als Beispiele für Orte im Stadtgebiet, an denen man verstärkt den abbiegenden Verkehr kontrollieren könnte, werden in der Mitteilung der abschüssige Rad- und Fußweg an der Fliegerhorstkreuzung genannt, die Kreuzung Sigwolf-/Anton-Bruckner-Straße sowie die Kreuzung Dorfener und Bahnhofstraße. Auch der ein- und ausfahrende Verkehr an den beiden Tankstellen in der Alten Römerstraße solle überwacht werden. Trotz aller Vorwürfe übt der ADFC auch ein wenig Selbstkritik: Immer mehr Erdinger Fahrradfahrer würden wegen des vielen Verkehrs in Erding auf Gehwege ausweichen. "Dass dies Fußgänger beeinträchtigt, ist verständlich", schreibt der ADFC. Aber das rechtfertigte "unseres Erachtens nicht dieses Vorgehen gegen die Radler."