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Fachkräftemangel:Erzieher in Erding ausbilden

SPD beantragt Einrichtung einer Fachakademie für Sozialpädagogik

Die SPD-Kreistagsfraktion will prüfen lassen, ob die Einrichtung einer Fachakademie für Sozialpädagogik zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sowie Kinderpflegern im Landkreis Erding realisierbar wäre. Die Fraktionsvorsitzende Ulla Dieckmann und die zweite stellvertretende Landrätin Gertrud Eichinger haben einen entsprechenden Antrag an Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) geschickt. Dieckmann und Eichinger verweisen auf die beispielhafte Erfolgsgeschichte der Erdinger Akademie für Gesundheitsberufe, die kürzlich ihren zehnten Geburtstag feiern durfte: "Es ist besser, den Nachwuchs in der Region auszubilden, um mehr Auszubildende für die erzieherischen Berufe zu gewinnen. So werden viele später ihren Arbeitsplatz in der Region suchen." Das Landratsamt soll mit den zuständigen Behörden auf übergeordneter Ebene Kontakt aufnehmen und die Möglichkeit einer Fachakademie prüfen.

In ganz Bayern gibt es derzeit knapp 60 Fachschulen für Sozialpädagogik. In der näheren Umgebung von Erding sind sieben solcher Akademien in München vorhanden sowie je eine in Freising, Landshut und Mühldorf. Die Fachschulen sind zum Teil kommunal, viele aber auch kirchlich organisiert. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, wobei das dritte Ausbildungsjahr ein Berufspraktikum ist. Erzieherinnen und Erzieher sind nach den Lehrern die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im Bildungs- und Erziehungsbereich.

Dieckmann und Eicheringer weisen in dem SPD-Antrag darauf hin, dass im Landkreis Erding viele jungen Familien leben. Die weiter zunehmende Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten, Kinderhäusern, Kindergärten, Krippen und Schulen erfordere immer mehr qualifiziertes Personal, schreiben Dieckmann und Eichinger: "Es ist bekanntermaßen schon jetzt ein großes Problem, Erzieher und Erzieherinnen, Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen für frei werdende Stellen zu bekommen. Deswegen ist die Einrichtung einer Fachakademie vor Ort sicher für viele junge Menschen und Auszubildende, auch auf dem zweiten Bildungsweg, interessant und ein Anreiz, eine erzieherischen Beruf zu erlernen."