bedeckt München

Erdings künftige Erstklässler:Die Schulrallye fällt heuer aus

Für viele Erstklässler wird der erste Schultag wirklich der erste Tag in der Schule werden. Die in anderen Jahren sonst üblichen Schulspieltage, Schulhausrallyes oder Führungen fallen fast ausnahmslos aus.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Einschreibung und Einführung wird wegen der Corona-Pandemie mehr ein reiner Verwaltungsakt. Eine Benachteiligung aufgrund des eingeschränkten Kindergartenbetriebs fürchten weder die Lehrkräfte der Grundschulen noch die Erzieher in den Kitas

Von Diana Mammana, Erding

In den kommenden Wochen steht die Schuleinschreibung für das nächste Schuljahr an. Im Vorfeld arbeiten Kindergärten und Schulen eng zusammen, um den Kindern den Schritt in die Schule so angenehm wie eben möglich zu machen. Die Schuhe richtig binden, einen Stift halten können, Formen an einer Linie ausschneiden, nicht über den Rand malen, Reime erkennen, den Umgang mit Schere und Kleber beherrschen - das sind unter anderem Fertigkeiten, die ein sechsjähriges Kind mitbringen sollte, um in die Schule zu gehen. Auch das Verhalten gegenüber Erwachsenen und Kindern, sowie das Konflikt- und Spielverhalten sind Teil der Vorschulerziehung.

Trotz Pandemie laufen die Vorbereitungen in den Kindergärten im Landkreis gut. Die Schuleinschreibung, die jährlich im März stattfindet, ist eigentlich ein Tag an dem die Neuankömmlinge gemeinsam mit den Eltern in die Schule kommen, bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen und dabei die Schule und ihre zukünftigen Lehrkräfte kennenlernen. Eine Schulführung inklusive Schulrallye wird es dieses Jahr nicht geben. "Wahrscheinlich wird es ein reiner Verwaltungsakt, oder wie im letzen Frühjahr eine postalische Einsendung der Unterlagen geben. Aber da sind wir jetzt schon geübt," so der Schulleiter Markus Pfanzelt von der Grundschule in Moosinning.

Der Schulleiter und Klassenlehrer macht sich keine Sorgen um seine Schützlinge. "Wir holen die Kinder im September da ab, wo sie sind. Auch diese Kinder werden ihren Weg gehen". Eine Benachteiligung aufgrund des eingeschränkten Kindergartenbetriebs fürchten weder die Lehrkräfte der Grundschulen noch die Erzieher in den Kindergärten. Die Grundschulen arbeiten in engem Kontakt mit den Kindergärten und Eltern. "Bei uns gibt es Kooperationsbeauftragte, die sich gezielt um die Vorschüler kümmern und in die Kindergärten gehen," so Pfanzelt. Ein Prozess, der über die gesamte Kindergartenzeit laufe, erklärt der Schulleiter.

Viele Kindergärten haben Briefe mit Übungsblättern und Materialien an die Vorschulkinder verschickt, die sie von zu Hause aus bearbeiten können. So auch im evangelischen Kindergartens in Erding. Während des Lockdowns gab es dort eine Notbetreuung, in der auch viele Vorschulkinder betreut wurden, so die Leitung des Kindergartens Petra Schmidt. Sie mache sich keine Sorgen, dass die Kinder aufgrund ihrer Entwicklung nicht in die Schule gehen wollen oder können. Wenn die Kinder eine normale Entwicklung durchlaufen, dann gäbe es da keine Probleme: "Ein Kind kann auch problemlos ohne Vorschule eingeschult werden. Wenn ein erhöhter Förderbedarf besteht, dann wird das frühzeitig angesprochen und die Eltern werden unterstützt, das findet nicht nur in den Monaten vor der Einschulung statt," so Schmidt.

Gerade sind die Erzieherinnen froh überhaupt wieder eine normale Gruppe im Kindergarten betreuen zu können. Neben den Vorschulkursen gehe es ja auch darum, dass die Kinder wieder soziale Kontakte haben und miteinander spielen können, auch das sei wichtig für die Entwicklung eines Kindes, so die Erzieherin. "Wo es vorher Schwierigkeiten in der Entwicklung gab, ist es auch jetzt schwer und da versuchen wir alles zu tun, um die Kinder gut vorzubereiten" so Schmidt. Auch Markus Pfanzelt sieht dem Schulstart positiv entgegen: "Wir haben ja noch sechs Monate, ein halbes Jahr ist für die Entwicklung eines sechsjährigen Kindes eine lange Zeit."

Im St. Franziskus-Kindergarten in Erding kommt normalerweise eine Lehrkraft von der zugeteilten Schule und leitet den Vorschulkurs deutsch. Pandemie bedingt fällt dieser Kurs momentan aus. "Die Kinder müssen aber trotzdem deutsch lernen," betont die Erzieherin Ingeborg Eckart. "Für Kinder, die nicht muttersprachlich deutsch sprechen, ist die Sprachförderung im Kindergarten besonders wichtig. Die Eltern können ihren Kindern ja schlecht eine Sprache lernen, die sie selbst nicht sprechen," so Eckart. Im St. Franziskus Kindergarten versuchen sie diese Kinder jetzt besonders zu fördern. Die Lernsituation sei jedoch gerade für alle Kinder nicht einfach, betont die Erzieherin.

© SZ vom 04.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema