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Erdinger und Dorfener Freibad:Wegen Überfüllung geschlossen

Am Wochenende müssen die Erdinger und Dorfener damit rechnen, dass ihr Freibad vorübergehend keinen mehr reinlässt. Alle Bäder haben Obergrenzen für die Besucher eingerichtet, erreicht wurden sie bisher nur in Dorfen

Von Charlotte Nachtmann, Erding

Einlass stopp am Freibad: Damit müssen die Erdinger und Dorfener an diesem Wochenende rechnen. Und nicht jeder steckt das so einfach weg. Doch es steht das erste richtig heiße Wochenende dieses Sommers bevor, und die Freibäder haben sich pandemie-bedingt Obergrenzen bei der Besucherzahl auferlegt. Wenn die erreicht ist, müssen die Gäste warten, bis jemand das Bad verlässt. Bisher ist das nur in Dorfen bereits passiert, in Erding rechnet Robert Maier von den Stadtwerken für dieses Wochenende damit. Nur in Taufkirchen bleibt die Lage wohl entspannt. So die Prognose.

Auf rot dürfte die digitale Anzeige auf der Internetseite des Freibades Dorfen an diesem Wochenende wahrscheinlich schnell springen. Das heißt, dass nur noch weniger als 50 der maximal 350 Plätze frei sind. Sobald die Kapazitätsgrenze ausgereizt ist, müssen die Badegäste warten, bis jemand die Anlage verlässt. Dies sei in Dorfen in diesem Sommer bereits mehrfach der Fall gewesen, sagt Michaela Hoffmann, Leiterin des Freibades, und nicht immer hätten die Wartenden Verständnis dafür gehabt. Für das Wochenende erwartet Hoffmann einen großen Andrang.

Am Erdinger Freibad bildeten sich schon während der Woche lange Schlangen vor dem Eingang. Grund dafür war aber nicht die Begrenzung der Besucherzahl auf 1100, sondern die Tatsache, dass die Kontaktdaten jedes Gastes dokumentiert werden muss. Bisher seien maximal etwa 800 Personen gleichzeitig im Bad gewesen, schätzt Robert Maier, der den Bereich Freizeitanlagen der Stadtwerke Erding leitet. An den wärmsten Tagen seien insgesamt 1400 bis 1500 Besucher gekommen. "Bisher war noch Luft nach oben. Wir rechnen aber damit, dass wir am Wochenende erstmals die maximal erlaubte Besucherzahl erreichen", prognostiziert Maier. Insbesondere in den Mittagsstunden müssten die Badegäste mit Wartezeiten rechnen. Um das zu verhindern und um die Zettelwirtschaft mit den Kontaktdaten zu beenden, planen die Stadtwerke, ein digitales Buchungssystem. Ende Juni oder Anfang Juli könnte es in Betrieb gehen, sagt Maier.

Eng ist relativ: An heißen Sommertagen in den vergangenen Jahren war es schon voller, doch in diesem Jahr gelten nicht nur im Erdinger Freibad andere Regeln.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Waldbad Taufkirchen ist hingegen noch nicht einmal in die Nähe seiner Kapazitätsgrenze von 1647 Badegästen gelangt. Am Mittwoch, dem bisher besucherreichsten Tag, waren gerade einmal 700 Besucher gleichzeitig im flächenmäßig größten der drei Freibäder im Landkreis. Über den gesamten Tag waren es 1400. Martin Bauer, Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung Taufkirchen, rechnet nicht damit, dass die maximale Gästezahl diesen Sommer überhaupt erreicht wird. Auch im vergangenen Jahr musste kein Badegast nach Hause geschickt werden. Insgesamt waren seit dem 21. Mai um die 12 000 Besucher im Taufkirchener Waldbad.

Auch die Badeweiher sind seit Beginn der Schönwetterperiode gut besucht, zum Teil stärker als üblich. Zu gravierenden Vorfällen ist es laut der Wasserwacht Erding und der DLRG Erding dabei aber noch nicht gekommen. Am Kronthaler Weiher ging der große Besucherandrang mit den Lockerungen der Coronabeschränkungen und dem Beginn der Schönwetterperiode vor zwei Wochen los, sagte Bernd Janowski. Er leitet die Ortsgruppe der Wasserwacht in Erding, die an den Wochenende und in den Ferien am Kronthaler Weiher ihren Dienst verrichtet. "Am Wochenende wird es sicher voll, wenn die Wetterprognosen so eintreffen." Obwohl Jugendliche zum Teil bis tief in die Nacht am Weiher feierten und auch Unrat hinterlassen, was auch die Stadt Erding in einer Pressemitteilung tadelnd bemerkt hat, habe die Wasserwacht bisher erst einen größeren Einsatz gehabt: Am Dienstagabend war ein Abschlussschüler der Fachoberschule vermisst worden. Er konnte jedoch an Land aufgefunden werden.

Das alljährliche Parkchaos am Kronthaler Weiher sei heuer dank der zusätzlich geschaffenen Parkplätze entschärft, stellte Janowski fest. "Dennoch gibt es immer noch einige Uneinsichtige, die sich auf die Parkplätze der Wasserwacht stellen." Wenn die Stellplätze direkt am Weiher alle belegt sind, sollen die Badegäste auf dem nah gelegenen Volksfestplatz parken. Der liegt nur einen kurzen Fußweg durch die Kleingartenanlage und an dem Gasthaus Blumenhof vorbei vom Weiher entfernt. Und für Erdinger sei das Fahrrad ohnehin die bessere Option, empfiehlt Janowski. So halten es auch viele Ausflügler am Moosinninger Weiher, weiß Stefan Miklos, Vorsitzender der DLRG Ortsverbandes Erding. Noch nie wurden hier die Einsatzfahrzeuge zugeparkt, auch die Rettungswege blieben stets frei.

So sah es diese Woche vor dem Eingang des Erdinger Freibads aus. Am Wochenende wird die Warteschlange sicher noch länger sein.

(Foto: Renate Schmidt)

"Man merkt, dass mehr los ist als in den Vorjahren, weil die Leute noch nicht in den Urlaub fahren. Es sind bisher aber nicht exorbitant mehr Badegäste im Wasser und an den Stränden", fasst Miklos die aktuelle Lage am Moosinninger Weiher zusammen. Viel zu tun habe die DLRG Erding abgesehen von "kleineren Wehwehchen" auch nicht, weil die Besucher meistens gut aufeinander aufpassen würden. "Wir haben hier keine Wildwest-Partys oder ähnliches. Die Leute sind glücklich und zufrieden, nach langer Zeit überhaupt an den Weiher oder ins Freibad gehen zu können."

Damit auch am ersten Hitzewochenende dieses Sommers nichts schief geht, appellieren Wasserwacht und DLRG an die Badegäste, sich an die Baderegeln zu halten, ausreichend zu trinken und sich vor der Sonne zu schützen. Zu besonderer Vorsicht mahnt Bernd Janowski an den abgelegeneren Badeseen, da die Wasserwacht dort keine Wachdienste verrichte und erst anrücken müsse.

© SZ vom 19.06.2021
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